Ulm Einweihung: Martin-Luther-Gemeinde freut sich über Neubau

Ein modernes Gemeindehaus ist neben der Martin-Luther-Kirche entstanden. Am Wochenende wurde Einweihung gefeiert.
Ein modernes Gemeindehaus ist neben der Martin-Luther-Kirche entstanden. Am Wochenende wurde Einweihung gefeiert. © Foto: Beate Storz
Ulm / BEATE STORZ 29.11.2015
Hängende Deckenlampen symbolisieren Kerzen. Die Lichter im neuen Gemeindesaal der Martin-Luther-Kirche sind angezündet – zum ersten Advent. Am Wochenende war Einweihung des Neubaus.
Pünktlich zum ersten Advent hat die Gemeinde der evangelischen Martin-Luther-Kirche an der Zinglerstraße sich selbst beschenkt: Sie feierte die Einweihung ihres neuen Gemeindehauses. „Die Martin-Luther-Kirche blüht nun wirklich auf“, freut sich der geschäftsführende Pfarrer Volker Bleil. Er bedankte sich bei allen Spendern, die sich an der Sammelaktion so zahlreich beteiligt hatten und dadurch erst den Neubau ermöglichten.

Das lange Warten habe sich gelohnt. Bleil hofft, dass der Neubau die nächsten 200 Jahre Bestand haben wird: „Endlich haben unsere Gruppen wieder Platz. Wir sind die Kirche für die Stadt. Als Christen sind wir für die Menschen da.“ So werden im Gemeindehaus zwei Deutschkurse für Flüchtlinge stattfinden. Hier tagt auch der Ulmer Rat der Religionen, hier trifft sich die Brasilianische Evangelische Gemeinde, hier wird ab Januar der Gottesdienst im Gemeindesaal abgehalten, sozusagen als Winterkirche.

OB Ivo Gönner meinte nur, „das ist ja ein richtiger Palast“. Er hatte auch eine Überraschung parat. Er verkündete bei seiner Rede, dass die Kosten der Behindertenrampe von der Bürgerstiftung übernommen werden. Großes Lob bekam der OB dafür von Stefanie Klenk. Die Vorsitzende des Kirchengemeinderates hatte Gönner erst vor wenigen Tagen um Unterstützung für die Rampe gebeten. Ihr Blick in die Zukunft: „Hoffentlich wird der nächste Oberbürgermeister auch so bürgernah, und man kann einfach auf ein Tässchen Kaffee vorbeikommen und sein Anliegen vorbringen. Wir sind sehr glücklich, dass sie uns die Behindertenrampe finanzieren.“

Die Ökumene wird in der Weststadt gelebt. So kamen Vertreter der türkischen und der bosnischen Moschee zur Einweihung vorbei. Von der katholischen Kirche kam der Pastoralreferent der Heilig-Geist-Kirche, Alfons Forster, und brachte eine Kerze als Geschenk mit. „Wir haben sogar die Marthin-Luther-Rose für Euch darauf verewigt“, so Forster. Die Zusammenarbeit der katholischen Heilig-Geist- und der St.-Elisabethenkirche mit der protestantischen Martin-Luther-Kirche wird seit vielen Jahren gepflegt. So gibt es gemeinsame ökumenische Reisen, dieses Jahr waren die Gemeindemitglieder der drei Kirchen gemeinsam in Spanien.

Eigentlich bekommt der Bauherr vom Architekten den obligatorischen Schlüssel überreicht. Architekt Daniel P. Meister hat sich aber etwas anderes einfallen lassen. Er überreichte vier in Beton gegossene Miniaturmodelle des Gemeindehauses. Die Feierstunde wurde musikalisch durch Jessica Porters Spiel am Marimbaphon und den Liedern der Kinder des evangelischen Kindergartens untermalt.

Gemeinde zahlt 300 000 Euro

Neubau
Die Kosten betragen 1,7 Millionen Euro inklusive des Abrisses des alten Gemeindehauses, der Rekonstruktion der Westfassade der Kirche, des Neubaus des Gemeindehauses sowie der Neugestaltung der Außenanlage. Ein Drittel der Kosten übernehmen die Landeskirche und der Kirchenbezirk, zwei Drittel muss die Kirche vor Ort beisteuern, das heißt: die Gesamtkirchengemeinde Ulm (800.000 Euro) und die Luther-Gemeinde (300.000 Euro). In diesen zwei Dritteln ist auch der Verkaufserlös des Areals der Paul-Gerhardt-Gemeinde enthalten. Das neue Gemeindehaus hat 440 Quadratmeter Nutzfläche.

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