Ulm / Dominik Guggemos Der Münster-Marathon führt Dopingkontrollen ein. Der Einstein-Marathon verzichtet darauf. Doping im Hobbysport ist ein unterschätztes Problem.

Der Münster-Marathon in der westfälischen Stadt hat beschlossen, Dopingkontrollen einzuführen. Man befürchte, dass der Anreiz für die Läufer, den Streckenrekord zu brechen, dazu führen könne, vermehrt zu dopen.

Alina Reh blickt zurück auf ihren Deutschen U-23-Rekord im Vorjahr und verrät ihre Ziele für den diesjährigen Einstein-Marathon.

Keine Kontrollen in Ulm

Droht das auch den Läufern beim Ulmer Einstein-Marathon, der dieses Jahr am 29. September stattfinden wird? „Nein“, sagt der Organisator Markus Ebner auf Nachfrage. Es sei ausreichend, wenn man bei besonders starken Zeiten eine nachträgliche Dopingprobe veranlasse. Die Nationale Anti-Dopingagentur (Nada) sei in so einem Fall „innerhalb von einer Stunde da“, sagt Ebner.

Am 29. September kämpfen die Läufer(innen) beim Einstein-Marathon um Medaillen und Zeiten. Wer Erfolg haben will, sollte sich bald in Trainings-Modus begeben.

Doping im Hobbysport unter den Teppich gekehrt

Doping im Spitzensport – dieses Problem ist vielen gegenwärtig. Im Hobbysport allerdings wird das Thema gerne unter den Teppich gekehrt. Andere Länder nehmen das Thema ernster. Dänemark kontrolliert Hobbysportler in Fitnessstudios.

Problem übersteigt Leistungssport bei weitem

Gegen dieses Vorgehen kann man Einwände einbringen – Privatsphäre, Datenschutz, das Recht, sich selbst zu schaden. Ernst nehmen sollte man das Thema aber. Der Sportwissenschaftler Prof. Ralf Brand von der Universität Potsdam befragt regelmäßig Freizeitsportler zu dem Thema. Der Süddeutschen Zeitung sagte er, dass Doping ein Problem sei, das „wahrscheinlich in seiner Größenordnung das im Leistungssport noch weit übersteigt“.

Der Einstein-Marathon 2018 ist vorbei: Tausende Läufer hatten viel Spaß auf den verschiedenen Strecken. Überschattet wird die Veranstaltung aber von einem Todesfall.

Anabolika dreimal häufiger als Marihuana

Offizielle Zahlen gibt es nicht. Hochrechnungen lassen die These von Brand allerdings akkurat erscheinen. Der deutsche Zoll führt Anabolika unter „Sonstige Betäubungsmittel“. Diese wurden 2017 dreimal häufiger konfisziert als Marihuana.

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