Das Corona-Virus hat die Welt auf den Kopf gestellt. Das gilt auch für Sportveranstaltungen und damit für alle Laufveranstaltungen in Ulm und der Region. Was läuft 2020 und was läuft nicht mehr?

Einstein Marathon kann 2020 wohl höchstens in abgespeckter Form stattfinden

Der Einstein-Marathon hat sich bis zu seiner 15. Auflage in 2019 zur größten Laufveranstaltung in Baden-Württemberg entwickelt und in Bayern sogar den München-Marathon bezüglich der Teilnehmerzahl überholt. Jetzt wird die größte Einzelsportveranstaltung in der Region von einem Virus aus der Bahn geworfen. Ziemlich sicher ist, dass der Einstein-Marathon in der bisherigen Form mit

  • über 10.000 Teilnehmer
  • über 30.000 Zuschauer
  • Marathonmesse mit über 10.000 Besuchern
  • 30 Bands an der Strecke
  • 17 Versorgungsstände mit bis zu 1.000 ehrenamtlichen Helfern
  • 40 Firmenzelte auf und rund um den Münsterplatz

in diesem Jahr nicht stattfinden wird.

Veranstalter des Einstein-Marathons arbeiten an Alternativen

Noch steht nicht fest, von wievielen Teilnehmern an eine Veranstaltung als Großveranstaltung eingestuft wird. Und es kann auch niemand so weit in die Zukunft blicken und verbindlich sagen, welche Kontaktregeln und Ausgangsbestimmungen das Virus im September auferlegen wird. Dennoch arbeiten die Veranstalter des Einstein-Marathons jetzt schon an Alternativen für das  Sportfest an der Donau. Zum Beispiel könnte man die Disziplinen reduzieren (Verzicht auf Marathon und weitere Läufe), man könnte die Startfelder limitieren auf dann mögliche Teilnehmerzahlen, man könnte auf viele kleine Gimmicks verzichten und zum Beispiel Startnummern per Post versenden – ohne Messe und damit  viele Menschen auf wenig Raum. Das gleiche würde für den Münsterplatz als Zielbereich gelten. Deshalb gibt es Überlegungen, das Ziel ins Ulmer Stadion zu verlegen.

Anmeldung für den Einstein Marathon 2020 vorerst geöffnet

Aktuell gilt, dass die Anmeldung für Ulm weiterhin geöffnet bleibt. Auch andere große Laufveranstaltungen im Herbst – etwa in Karlsruhe oder in München – sind noch in der Planung. Kurz vor Redaktionsschluss wurde bekannt, dass der Berlin-Marathon mit geschätzten 40 000 Teilnehmern für dieses Jahr abgesagt werden muss.

Gecancelt wurden in Ulm die Jugendläufe, zumindest in der bisherigen Version mit Schulen und Kindergärten. Ebenfalls abgesagt wurden am Montag der AOK-Firmenlauf (27. Mai), der  Münsterturm-Lauf (20. Juni) sowie der Spartacour-Hindernislauf am 21. Juni. Vorerst verschoben sind dagegen der Spindelsprint im Blautal-Center und der Beurer-Frauenlauf. Mehr dazu im Info-Kasten unten.

Ein Lichtblick könnte der 4. Mai werden. Sollten die zuständigen Ministerien in Stuttgart und München Sportangebote und damit Laufen in Laufgruppen wieder ermöglichen, könnte der ASC Ulm/Neu-Ulm 011 die Trainingsakademie noch verspätet starten und außerdem auch die Planung für die beliebten Vorbereitungsläufe wieder aufnehmen.

Die Veranstaltungen im Überblick


So werden oder könnten die Veranstaltungen in diesem Jahr aussehen (Stand: 20. April 2020).

Spindelsprint im Blautal-Center Die dritte Auflage des Sprintwettbewerbs wird von 25. April auf Samstag, 4. Juli, verschoben. Die Teilnehmerzahl wird vorerst auf 250 begrenzt. Je nach Entwicklung wird die Zahl noch nach oben oder unten korrigiert, um den Auflagen zu entsprechen. Nach Möglichkeit wird der Spindelsprint mit dem ersten Vorbereitungslauf des ASC kombiniert, aber zeitlich getrennt.

AOK-Firmenlauf Diese Veranstaltung wird für 2020 komplett abgesagt. Teilnehmer und teilnehmende Firmen werden informiert – bereits angemeldete werden storniert oder auf 2021 übertragen. Ein neuer Termin wird sobald wie möglich bekannt gegeben.

Pixabay-Münsterturm-Lauf Der Sportevent am 20. Juni wird komplett abgesagt. Die Teilnehmer(innen) werden informiert, Startplätze entweder auf 2021 übertragen oder das Geld zurückerstattet. Die Spenden einiger Teilnehmer werden ans Münster weitergegeben.

Spartacour-Hindernislauf Die für 21. Juni vorgesehene Veranstaltung zusammen mit den Neu Ulm Sparrows und der Ratiopharm-Arena wird auf 2021 verschoben, neuer Termin ist voraussichtlich der 4. Juli. Teilnehmer werden informiert, Plätze werden auf 2021 übertragen oder die Gebühr zurückerstattet.

Beurer-Frauenlauf Der Lauf am 10.  Juli wird verschoben auf Anfang September, wobei das Startfeld auf mehrere Abende aufgeteilt werden soll. Der Lauf wird vom Münsterplatz in offenes Gelände verlegt, um die Kontaktregeln so gut wie möglich einzuhalten. Insgesamt soll ein umfangreiches Hygienekonzept erstellt werden, um das Risiko einer Ansteckung so weit wie möglich auszuschließen. Eine Party wird’s nicht geben, aber vielleicht ein Lauf-Vergnügen mit neuem Frauen-Lauf-Shirt und Überraschungen im Ziel.

Einstein-Marathon-Jugendläufe Die Veranstaltung am 19. September wird  abgesagt – es gibt vielleicht einen Jugendlauf light ohne Einbindung von Schulen und Kindergärten.

Einstein-Marathon Der Termin 27. September bleibt, eine Verschiebung ist in diesem Jahr nicht möglich. Je nach bis dahin möglicher Teilnehmerzahl werden Alternativen diskutiert, z.B. weniger Disziplinen (ohne Marathon …), über einen größeren Zeitraum und Reihen von Startwellen, ohne Marathonmesse, ohne Zielbereich Münsterplatz, ohne Zuschauer. . .

Nikolauslauf Mal abwarten, was Knecht Ruprecht bringt. . .