Einstand nach Maß mit Händels "Messiah"

GOTTFRIED LOTHAR 05.02.2013

Was für ein Einstand! Erst Mitte Oktober des vergangenen Jahres gründete sich der Kammerchor der Universität Ulm unter der Leitung von Manuel Haupt. Und keine vier Monate später tritt dieser neue Chor mit dem kompletten, englisch gesungenen "Messias" von Georg Friedrich Händel, also dem "Messiah", in einem überragenden Konzert in die Öffentlichkeit.

Der mit 30 Sängerinnen und Sängern besetzte Chor überzeugte in der halbvollen Elisabethenkirche von Anfang an mit seiner erstaunlichen Textverständlichkeit und dem ausgewogenen Klang der einzelnen Stimmgruppen. Mit eindringlicher Zeichengebung führte Haupt den Chor souverän durch die Klippen der Partitur. Sei es, dass der Chor die filigranen Koloraturen zu bewältigen hatte, sei es, dass in stimmstarker Vierstimmigkeit die bekannten Chöre ertönten, sei es, dass überraschende Akzente zu gestalten waren - diesem noch so jungen Chor gelang einfach alles.

Dazu passend war auch das Orchester mit dem erst 2009 gegründeten Villinger Ensemble Jadis kammermusikalisch besetzt. Dessen Leiter Gerd Fischer-Baudys spielte Cello, die herausragenden Filip und Cosima Marius die sehr anspruchsvollen Violinpartien. Tanja Haupt (Viola), Andrei Sarafie (Kontrabass) und Michael Stadtherr (Orgel) vervollständigten das hervorragende Ensemble, welches durch das zupackende und eindringliche Dirigat von Manuel Haupt bestens motiviert war.

Da ein paar Chöre mit Pauken und Trompeten komponiert sind, gesellten sich Achim Blech sowie die Trompeter Elisabeth Fessler und Nikolas Ousseni mit überzeugendem Einsatz hinzu. Nicht ganz so homogen stellte sich das Solistenquartett dar. Während Alice Fuder mit ihrem warmen schönen Sopran und Hyun Kim mit seinem großartigen Bass keine Wünsche offen ließen, haperte es bei Altistin Jasmin Joos an der Textverständlichkeit und bei Tenor Stephan Frieß an der Sicherheit in den Höhen. Doch konnte das den überwältigenden Gesamteindruck nur wenig schmälern.

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