Lieber einmal kurz und schmerzhaft, als zäh und nervig. Das ist die Devise der städtischen Verkehrsplaner. Schmerzhaft wird das laufende Jahr für viele Verkehrsteilnehmer allerdings werden. Vor allem für diejenigen, die auf Straßen rund ums Donautal angewiesen sind. Dort sind – wie bereits berichtet – kleinere sowie aufwendige Umbau- und Sanierungsmaßnahmen geplant. „Projekte, die üblicherweise Monate dauern“, sagte Michael Jung, Hauptabteilungsleiter für Verkehr bei der Stadt, bei der Vorstellung der Baumaßnahmen. In Ulm dagegen dauern sie manchmal nur ein längeres Wochenende, eine Woche oder zwei Monate. Insgesamt jedoch wird bis Ende des Jahres gearbeitet werden. „Eine Herausforderung für alle“, unterstrich Jung.

 

Benzbrücke Den Anfang macht ab 4. März die Sperrung der Benzbrücke ins Donautal. Gleichzeitig wird dort eine provisorische Südanbindung – eine Verlängerung rechts von der Graf-Arco-Straße weg – für den Verkehr ins Industriegebiet fertig gestellt sein. Die Bauarbeiten laufen. Für Lieferfahrzeuge sei die Straße gesperrt, sagte Gerhard Fraidel, Leiter der Abteilung Verkehrsinfrastruktur. Ob sie nach Fertigstellung der Umbauten bestehen bleibt, sei „kommunalpolitisch umstritten“, sagte Jung. Nach jetzigem Stand werde sie wieder entfernt.

 

Breitbandausbau Ab 4. März läuft ebenso der Breitbandausbau im Donautal, für den die SWU verantwortlich zeichnen. Hierfür seien teilweise und kurzfristig Fuß- und Radwege gesperrt. Vom selben Tag an bis 14. Mai ist die  Laupheimer Straße durch den  Gögglinger Wald voll gesperrt. Dort wird der Belag saniert.

 

B 311 Ab 26. April bis 6. Mai ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen im Westen gesperrt: die B 311. Hintergrund ist die Elektrifizierung der Südbahn in dem Abschnitt bis Laupheim. Dafür muss die Brücke an der Benzstraße angehoben werden, erläuterte Andreas Blätzinger von der DB Netz AG. Und die B 311 brauche dafür einen neuen Fahrbahnaufbau, der den neuen Verhältnissen angepasst sei. Anstatt den vielen Verkehrsteilnehmern einspurige Sperrungen und Verschwenkungen, Bauampeln und mehr über Monate hinweg zuzumuten, werde die Straße vom 26. April bis 6. Mai voll gesperrt. „In dieser Zeit werden Bauarbeiter 24 Stunden, auch am Wochenende arbeiten“, erklärte Jung. Es werde richtig „rangeklotzt“, um alles zu schaffen. In Erbach und Ehingen und in der Gegenrichtung werde die Sperrung ausgeschildert.

 

Kreisstraße 9915 Am Wochenende des 10. Mai bis Montag 13. Mai bekommt die K 9915 einen lärmdämpfenden Belag. Dafür wird sie ebenfalls voll gesperrt. „Die ganze Straße bis hinunter zum Harthauser Weg bekommt diesen Belag“, erläuterte Jung. Der Abschnitt zwischen Egginger Weg von der Kreuzung Kurt-Schuhmacher-Ring bis zur Brücke über die B  311 sei der erste. Der Recyclinghof und Grimmelfingen seien über Umleitungen erreichbar.

 

Wiblinger Allee Eine der einschneidendsten und längsten Veränderungen wird die Fahrbahnverbreiterung der Wiblinger Allee werden. Die Baumaßnahme beginnt am 20. Mai und enden am 20. Dezember. In dieser Zeit ist die Straße komplett gesperrt.  Die Umleitungen erfolgen durch das Industriegebiet. Dort würden die Straßen parkfrei gehalten und auch Bushaltestellen verlegt, sagte Fraidel. Auch der Schwerlastverkehr habe freie Fahrt. Um Staus zu verhindern, würden Firmen ihre Mitarbeiter auch auf die Möglichkeiten von Fahrgemeinschaften hinweisen, sagte IHK-Sprecher Simon Pflüger.

 

Bahnübergang Einsingen Vom 3. Juni an bis 14. September wird der Bahnübergang bei Einsingen ertüchtigt. Dort werde die Straße vermutlich einen Tag lang voll gesperrt, ansonsten seien wenig Einschränkungen zu befürchten. Ab 16. September arbeite die Bahn am Übergang. Dies dauert bis etwa 20. Dezember.

 

Kreisstraße 9915 Im Herbst werde der zweite Abschnitt der K 9915 mit einem lärmdämmenden Belag versehen, und auch der Fußgängersteg Oberer Kuhberg werde wieder an seine Stelle gehievt, sagte Fraidel. Ein genaues Datum gebe es noch nicht. Aber es wird ein Wochenende sein.

B 10 Das wäre dann alles – bis auf die Sperrung der B 10 auf Höhe von Schwenk Zement an zwei Wochenenden, die noch nicht feststehen. „Dort ist die Brücke über die Blau marode“, so Fraidel. Mit Hilfe modernster Technik könne sie in kurzer Zeit instand gesetzt werden. Zwei Fahrspuren bleiben offen, die in Richtung A­ 8 werde gesperrt.

Man sei froh, dass der Fahrplan in enger Abstimmung mit der Bahn und anderen Beteiligten so stehe, sagte Jung. Ziel sei, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Die Maßnahmen liefen nicht parallel, allenfalls gebe es Überschneidungen. Vor allem Gerhard Fraidel habe viel herumgetüftelt sowie die richtigen Firmen gefunden. Wenn nichts dazwischen kommt, „haben wir Ende des Jahres einmal ums Donautal rumgebaut.“ Kosten: rund zehn Millionen Euro.

Internetseiten zur aktuellen Information


Adressen Wer sich ganz aktuell noch einmal über die Baustellen informieren möchte –  wann gehen sie los, wie lange dauern sie, wo laufen die Umleitungen und wie stark ist das Verkehrsaufkommen? – findet Antworten im Internet: wiblingen-allee.de (mit Webcams für das Verkehrsaufkommen); b10-sanierung.de und twogo.de für Fahrgemeinschaften ins Donautal und nach Hause.