MAB Development heißt die deutsche Tochterfirma der holländischen Projektentwicklungsgesellschaft Rabo Real Estate, die mit der Genossenschaftsbank Rabo ein best-testiertes Kreditinstitut im Rücken hat. Nach einstimmigem Beschluss des Ulmer Gemeinderats (wir berichteten) baut und vermarktet MAB die Sedelhöfe. Details:

Nutzungskonzept: Die Sedelhöfe werden keine reine neue Einkaufsmeile, vielmehr werden ab den zweiten Obergeschossen Büros/Räume für Dienstleister geschaffen und in den oberen Etagen Wohnungen.

Kosten und Investitionen: Detaillierte Zahlen wurden am Mittwoch in öffentlicher Sitzung nicht genannt. Dem Vernehmen nach zahlt MAB für die Grundstücke 31,5 Millionen Euro. Die Stadt hatte die Flächen für unter 30 Millionen Euro erworben. Gewinn macht sie aber nicht, denn um das Baustellenmanagement in der Hand zu halten, übernimmt die Stadt den Abriss der Altgebäude bis zur Erdoberfläche. Dafür sind Kosten von rund 1,7 Millionen Euro veranschlagt (was in etwa dem Differenzbetrag zwischen Kauf- und Verkaufspreis entspräche). Die MAB trägt Altlastenbeseitigungen bis zu 1,8 Millionen Euro. An darüber hinaus gehenden Aufwendungen beteiligt sich die Stadt anteilsmäßig. MAB rechnet mit Baukosten von 110 Millionen Euro, einen Millionenbetrag wendet der Investor für die Gestaltung der öffentlichen Straßen, Räume, Plätze auf. Ergibt eine Investitionssumme zwischen 140 bis 160 Millionen Euro.

Städtebau: Das auf Einzelbausteinen fußende Konzept ermöglicht differenzierten, auf die Gegebenheiten angestimmten Städtebau. Beispielsweise sind die Gebäude gegenüber dem Hauptbahnhof an der Friedrich-Ebertstraße mit bis zu 26 Metern fast turmhoch, während sie in Richtung Wengen-Wohnviertel an Höhe verlieren.

Hauptbahnhof-Anbindung: Heiß diskutiert war nach unseren Informationen im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung die Frage der Unterführungsanbindung von und zum Hauptbahnhof. Vor allem die SPD-Stadträte Hartmut Pflüger und Martin Rivoir betonten, die Fußgängerzone Bahnhofstraße dürfe keinesfalls benachteiligt werden; sie müsse direkter und besser erreichbar werden als heute über die Bahnhofsunterführung, die in diesem Sinn umzugestalten sei. Über eine neue "Bahnhofsgasse" wird außer der U-Passage eine ebenerdige Anbindung an Bahnhof und Straßenbahn-Haltestelle geschaffen.

Parkplätze: Auf zwei Ebenen werden in den Sedelhöfen 560 Tiefgaragenplätze gebaut, so viele wie die heutige Tiefgarage hat. Es wird untersucht, wo während der Bauzeit temporär Ersatz-Parkraum angeboten werden kann. Die Idee, auf der heutigen Theater-Tiefgarage ein Parkhaus zu bauen, wurde verworfen, um nicht für das Projekt City-Bahnhof durch Neubauten schon vor einem Architektenwettbewerb unumstößliche Fakten zu schaffen.