Leitartikel Ute Gallbronner zur Schullandschaft in der Stadt Einfach machen, nicht immer warten

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Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Ulm/Neu-Ulm / Ute Gallbronner 12.01.2019

Oberstufenreform, Lehrermangel, marode Schulhäuser – Themen gibt es genug für die Ulmer Schulen. Immer schneller dreht sich das Rad. Schularten entstehen und drohen wieder zu verschwinden. Das Abi­tur wird mal wieder reformiert, was sicher kein Fehler ist. Dazwischen sitzen Schulleiter und Lehrer, die Vorgaben der Bildungspolitik umsetzen sollen.

Die Kunst ist es, vor Ort kühlen Kopf zu bewahren, Kontinuität zu garantieren ohne sich neuen Wegen zu verschließen. In Ulm stehen die beruflichen Schulen für eine solche innovative Verlässlichkeit. In 50 Jahren haben sie sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt, das wenig Wünsche offen lässt. Das ist nicht zuletzt der guten Zusammenarbeit der vier Schulen in der Stadt geschuldet. Sie haben sich gegenseitig Platz gelassen und konnten sich so weiter entwickeln. Nahezu alles, was das berufliche Schulwesen zu bieten hat, gibt es in der Region.

Schulen müssen sich weiterentwickeln, im Zweifel unabhängig von der Politik. Ideen sind gefragt und noch mehr die Entschlossenheit auch mal etwas zu wagen. Beispiel Outdoor-Klasse am Anna-Essinger-Gymnasium. Lehrer finden das gut und machen sich daran es umzusetzen. Die Schule geht in die Offensive, obwohl der letzte offizielle Haken noch nicht gesetzt ist. Es sieht zwar gut aus, dass die erforderlichen fünf zusätzlichen Lehrerstunden genehmigt werden, schriftlich hat man das aber noch nicht.

Ideen vor Ort

Beispiel Robert-Bosch-Schule. Dort wurde die so genannte Blitz-Ausbildung begonnen – Fachinformatiker werden in zwei statt drei Jahren zum Abschluss geführt. Das Angebot wurde mit der IHK auf die Beine gestellt und richtet sich vor allem an Abiturienten und Studienabbrecher. Der Zuspruch ist immens. Es sind nur zwei Beispiele von vielen Ideen, die vor Ort geboren und umgesetzt werden. In Ulm wie in Neu-Ulm.

Doch es gibt auch Schulen, die verstecken sich in ihren vier Wänden und kochen streng nach Vorschrift im eigenen Saft. Gerade deshalb sollten Eltern, die in den kommenden Wochen entscheiden müssen, welche weiterführende Schule ihr Kind besuchen wird, die Chance nutzen sich zu informieren. Der Geist, den eine Schule atmet, wird bei Infoabenden durchaus deutlich. Und die Entscheidung für eine Schule ist ja auch nicht das Ende der Fahnenstange. Wechseln kann man immer. Man muss sich nur trauen.

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