Nachhaltigkeit Aktionstag: Einen Bezug zum Essen bekommen

Ulm / SWP 13.12.2016

Nachhaltige Ernährung hat nichts mit Verzicht zu tun, sondern kann mit sehr viel Genuss und Spaß einhergehen. Das hat der Verein „Ulm isst gut“ am Sonntagnachmittag einmal mehr deutlich gemacht. Junge Aktivisten der Ulmer Regionalgruppen des Vegetarierbunds sowie von Foodsharing hatten unter dem Dach des Vereins „Ulm isst gut“ einen Aktionstag mit Vorträgen, Workshops, Ausstellern und Kabarett auf die Beine gestellt.

Rund 500 Ulmer waren in den gut fünf Stunden ins Roxy gekommen, um sich bei veganen Burgern, Suppen und Kuchen  über Möglichkeiten einer nachhaltigen Ernährung zu informieren, teilt Birgit Schäfer-Oelmayer mit, die Vorsitzende von „Ulm isst gut“. Dabei war es ein Ziel der Veranstalter, zu zeigen, dass jeder Einzelne durch Kauf- und Ernährungsentscheidungen dazu beitragen kann, das Klima, die Umwelt, Tiere und seine Mitmenschen zu schützen; etwa durch die Verwendung saisonaler, regionaler und pflanzlicher Produkte sowie die Vermeidung von Lebensmittelabfällen.

Städtisches Gärtnern vorgestellt

Bei einem Markt der Möglichkeiten wurden Initiativen wie die solidarische Landwirtschaft oder städtisches Gärtnern vorgestellt, die einen stärkeren Bezug zu dem konsumierten Essen und einen bewussteren Umgang mit Nahrungsmitteln im Allgemeinen ermöglichen.

Als Referentin sprach die Mitorganisatorin Anne Landhäußer, Sozialpsychologin an der Universität Ulm, über die Psychologie des Tiere-Essens. Sie zeigte auf, welche sozialpsychologischen Mechanismen dafür verantwortlich sind, dass Menschen trotz des Wissens um die negativen Konsequenzen für Tiere und Umwelt nach wie vor Fleisch essen.

Lebensmittel gerettet

David Jans, Foodsharing-Botschafter von Baden-Württemberg, zeigte auf, wie man sich mit der Initiative Foodsharing aktiv gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen kann. In einem Workshop, den Mitglieder der Ulmer Foodsharing-Gruppe anleiteten, konnten sich Besucher gleich noch im Roxy an der Verteilung „geretteter“ Lebensmittel beteiligen. Denn: Rund 82 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr und Person landen immer noch im Müll.

 Zuletzt trat im Roxy die vegane Kabarettistin Gabriele Busse auf die Studiobühne und begeisterte mit ihrer selbstironischen Direktheit das Publikum. Sie tourt mit ihrem Programm „Auch der Broccoli hat Gefühle“ über deutsche Kleinkunstbühnen und erzählte nun erstmals in Ulm von ihrer vegetarischen Kindheit im tiefsten Bayern.

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