Ulm Eine zweite Chance für die Klamotte

JULIA KLING 20.04.2016
Am Anfang stellten sich Frank Steinhauser und sein Mitarbeiter Thiemo Jentsch die Frage: Was für einen umweltfreundlichen Service können wir in unserem Geschäft anbieten?

Heraus kam die Idee, einen Outdoor-Basar einzurichten, passend zur Bergsportbekleidung und -ausrüstung, die Steinhauser im Mammut-Store in der Frauenstraße verkauft.

Die Idee dahinter: "Wir geben der Klamotte eine zweite Chance", erklärt Verkäufer Thiemo Jentsch. "Mit dem Wiederverkauf wird die alte Klamotte nicht weggeworfen und bleibt auch nicht vergessen im Schrank liegen." Der Kunde darf alles zum Verkauf bringen - egal ob T-Shirt oder Rucksack. Nur zwei Kriterien müssen erfüllt sein: Zum einen muss es sich um einen Artikel aus dem hochwertigen Outdoor-Bereich handeln. "Es muss kein Mammut-Produkt sein, aber es sollte eine gewisse Qualität haben", erklärt Jentsch. "Wir stehen für eine Premium-Marke - auch im Secondhand-Bereich". Zum anderen muss das Kleidungsstück oder die Ausrüstung noch intakt und in einem ansehnlichen Zustand sein. "Wir haben auch schon Kunden abgelehnt, wenn die Qualität nicht gepasst hat", berichtet Jentsch. Wenn sich ein Waschgang förderlich auf den Verkaufsprozess auswirken könnte, wird das Kleidungsstück auch vor Ort professionell gereinigt.

Bereits seit eineinhalb Jahren können Kunden so für ihre getragenen Kleidungsstücke einen neuen Eigentümer suchen. Zuerst fand der Verkauf nur sporadisch statt, seit vergangenen Herbst ist er ein dauerhafter Bestandteil im Geschäft. Findet sich ein Abnehmer, erhält der Verkäufer nicht den Geldbetrag ausbezahlt, sondern bekommt einen Gutschein über den Betrag für den Mammut-Store ausgestellt. "Wir verdienen nichts daran", sagt Jentsch. Zumindest nicht unbedingt. Für den Umsatz von Steinhauser zahlt es sich aus, wenn der Kunde im Anschluss mehr einkauft als es dem Wert des Gutscheins entspricht. "Dann ist es für uns interessant."

Rund 200 Kleidungsstücke sind bislang durch den Basar im hinteren Ladenteil schon vor der Mülltonne gerettet worden, wie Jentsch berichtet. "Wir hätten nicht damit gerechnet, dass es so gut angenommen wird." Wichtig sei, dass nicht nur der Geldbeutel von Käufer und Verkäufer bei dem Basar geschont werde, es werden auch insgesamt weniger Ressourcen verbraucht, "denn so muss nichts Neues produziert werden".