Die kommunikative Funktion eines Dorfbrunnens ersetzt heute wohl eher eine öffentliche Steckdose für die Handys, die dringend aufgeladen werden müssen. Die Münchner Künstlergruppe "Department für öffentliche Erscheinungen" hatte letztes Jahr auf dem Ulmer Marktplatz eine solche Steckdose installiert. In der Reihe Kultursalon stellten Gabriele Obermaier, die zusammen mit Peter Boerboom die vierköpfige Künstlergruppe vertrat, deren Projekte im öffentlichen Raum vor.

Ihr Bestreben sei, den öffentlichen Raum wieder "partizipatorischer machen", erklärte Gabriele Obermaier. So habe die Gruppe in einem Münchner Park Passanten gefragt, was ihrer Meinung nach aus dem öffentlichen Raum verschwunden sei. Die Antworten schrieben die Passanten auf Stecketiketten, die im Park präsentiert wurden. In vier Tagen haben sich 800 Leute beteiligt. Überraschend sei gewesen, dass hauptsächlich Freundlichkeit und Respekt vermisst wurden.

Den öffentlichen Raum derart mit Inhalt aufzuladen, ist im weitesten Sinn die Errichtung eines temporären (sozialen) Netzes, was heute geradezu ein Zauberwort ist. Allerdings hätte man sich für den Vortrag doch mehr Analyse, ja, man traut es sich kaum zu schreiben, mehr Theorie gewünscht. Info Näheres zur Reihe Kultursalon in der Griesbadgalerie im Internet unter: www. Griesbadgalerie.de