Kommentar Verena Schühly über gebührenfreie Kitas in Ulm Eine spannende Frage

Marc Hörger
Marc Hörger © Foto: Marc Hörger
Ulm / Verena Schühly 23.08.2018

Es gibt gute Gründe dafür, Kitas gebührenfrei zu machen. Viele Familien würden sich darüber freuen. Es gibt ebenso gute Gründe, es nicht zu tun: Die Folgekosten wären immens. Dennoch darf in einer prosperierenden Stadt wie Ulm überlegt werden, ob und auf welche Weise sich etwas am System verbessern lässt.

Auf Initiative der SPD sollen im Herbst Zahlen auf dem Tisch liegen: Welche Kosten kommen auf die Kommune zu, wenn sie im  letzten Kindergartenjahr auf die Elterngebühren verzichtet? Dann ist es an der Zeit, in aller Offenheit darüber zu diskutieren. Dabei können alle Fraktionen Position beziehen, wie sie Familien entlasten wollen.

Aktuell sind pro Jahr 30 Millionen Euro ungedeckte Kita-Kosten im Etat zu finanzieren. Die Eltern tragen rund zwölf Prozent der Kosten bei, Bund und Land ein knappes Drittel.

In Zeiten sprudelnder (Gewerbe-)Steuereinnahmen kann man leichter über die Frage der Gebührenfreiheit nachdenken. Aber man kann – wenn man sich dafür entscheidet – das Rad nicht einfach wieder zurückdrehen, wenn die Finanzen klammer werden. In Heilbronn haben sich die Stadträte vor zehn Jahren dafür entschieden, Drei- bis Sechsjährige  kostenlos zu betreuen: Die Stadt leistet sich das. Es wird eine spannende Frage, wie sich die Ulmer Räte hier positionieren.

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