Großartige Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. In drei Jahren gibt’s in Neu-Ulm wieder ordentlich was zu feiern: Die Verleihung des Stadtrechts durch König Ludwig, dann  vor 150 Jahren. Das von Ulm abgetrennte Gebiet existiert als Gemeinde ja schon seit dem 22. April 1811, also jenem Tag, als der bayerische Generalkommissär Karl Ernst Freiherr von Gravenreuth bestimmte, dass „die neue Gemeinde beginnen soll, politisch zu existieren“.

Die Neu-Ulmer sind ja nicht unbedingt als Feierbiester bekannt. Als man 2011 an die Gründung Neu-Ulms vor 200 Jahren erinnerte, war eher Bescheidenheit angesagt mit einem Gesamtbudget von 200 000 Euro – im Wesentlichen für einen Katalog, eine Ausstellung, einen Festabend mit Neu-Ulms „berühmtestem lebenden Sohn“, Harald Schmidt, und einem zweitägigen Bürgerfest. Aber 2019 will es die Stadt so richtig krachen lassen: Für das mehrmonatige Programm, das noch nicht feststeht, wird ein sattes Gesamtbudget in Höhe von einer Million Euro bereitgestellt. Neu-Ulm will bis 2019 sein Image neu definieren, die Aufenthaltsqualität weiter steigern, sich im Prinzip ganz neu aufstellen.

Der Neu-Ulmer Stadtrat hätte darüber schon vor einer Woche befinden sollen, aber der Tagesordnungspunkt wurde auf die heutige Sitzung vertagt. Also werden die Stadträte heute darüber befinden, ob ihnen die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Mille zu viel oder zu wenig ist. In der Sitzungsvorlage, die den Räten zur Verfügung steht, ist die Rede davon, dass bis zu den Haushaltsberatungen für 2017, also schon in diesem Herbst, eine Kostenübersicht und die Programmeckpunkte feststehen sollen. Im März 2017 soll dann die Leitidee für das Fest, also das Motto, ausgegoren sein.

Akribisch hat die Verwaltung aufgelistet, wie zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 1969 und 25 Jahre später, also 1994, gefeiert wurde, damals mit Kosten in Höhe von 90 000 und knapp über 400 000 Mark. Und Neu-Ulm vergleicht sich auch mit anderen Städten. 2011 habe Friedrichshafen  200 Jahre Stadterhebung mit einem Budget in Höhe von einer halben Million Euro gefeiert, 2013 die Stadt Karlsruhe (300 Jahre) mit mehr als 13 Millionen Euro.

All das soll es den Stadträten erleichtern, sich heute eine Meinung zu bilden. Und noch ein Zuckerle soll’s geben – einen Jubiläumsrat mit dem OB an der Spitze, Vertretern aus den Fachbereichen im Rathaus und zehn Stadträten, mindestens einer oder einem aus jeder Fraktion.