Ulm / Lena Grundhuber

Ein „sportliches Vorhaben“ sei es, gestand Sebastian Huber vom Ulmer Kulturamt: Am 30. Mai 2020 soll die neue Installation zur Erinnerung an Albrecht Ludwig Berblinger auf der Adlerbastei fertig sein. Zum Tag des Flugversuchs des Pioniers also, den die Stadt zu seinem 250. Geburtstag groß feiern wird.  Alleine für die Installation will sie 500 000 Euro ausgeben, die im Kulturausschuss nun abgenickt wurden.

Dabei ist das Werk an der ehemaligen Abflugstelle des „Schneiders von Ulm“ nur ein Höhepunkt unter diversen geplanten Veranstaltungen, wie einem Donauflug mit Fluggeräten, Ausstellungen sowie Theater- und Musicalproduktionen, die die „Notwendigkeit einer offenen Stadtgesellschaft gegenüber Innovationen und neuen Ideen“ thematisieren. Im Unterschied zu den Veranstaltungen soll die Installation über das Jubiläumsjahr hinaus bestehen: als öffentlich zugängliche Möglichkeit, sich mit Aspekten rund ums Fliegen auseinanderzusetzen und mit der Person Berblingers vertraut zu machen.

Zu dem geschlossenen Auswahlverfahren will die Stadt überregionale Künstlerkollektive und Agenturen einladen: Guilleaume Bijl aus Antwerpen, Superflex aus Kopenhagen, das Künstlerkollektiv Empfangshalle und das Künstlerduo Brunner + Ritz aus München, die Firma KuKuk Freiflug und die Agentur Milla & Partner aus Stuttgart sowie Werner Reiterer aus Wien. 420 000 Euro von der Gesamtsumme erhält der Gewinner für die Umsetzung. 40 000 Euro können für Vermittlungsangebote abgerufen werden.

Ein Antrag der CDU, auch Künstler aus der Region zu berücksichtigen, fand fraktionsübergreifend Zustimmung. Die Liste der einzuladenden Künstler wird also um eine Wildcard für Ulmer Kunstschaffende erweitert. Die Grünen dagegen scheiterten mit ihrem Versuch, den Erhalt des Baumbestands deutlicher zu verankern, indem Bäume, die möglicherweise weichen, an anderer Stelle eingesetzt werden müssten. Es bleibt dabei: „Der Baumbestand soll nach Möglichkeit erhalten werden.“ Was aber die Kunst betrifft, gilt Martin Ansbachers salomonischer Satz: „Jetzt schauen wir uns mal an, was kommt.“