Vor den Kopf gestoßen. So müssen sich Schulleiter und Lehrer vorkommen, die vor fünf Jahren an ihren Grundschulen mit Begeisterung den Versuch gestartet haben, den Kindern keine Noten mehr zu geben, sondern deren Leistungen  mit Worten zu bewerten. Die Regenbogen-Grundschule in Wiblingen gehört dazu. Sie ist jetzt auch, wie neun weitere Grundschulen in Baden-Württemberg, vom Aus des pädagogischen Versuchs betroffen.

Bildungsministerin Susanne Eisenmann macht es sich einfach, wenn sie anführt, dass der Schulversuch deswegen eingestellt wird, weil sein Nutzen nie wissenschaftlich untersucht wurde. Denn das ist nicht die Bringschuld der Schulleiter und Lehrer, die an der fehlenden Begleitung nichts ändern können. Im Umkehrschluss fehlt auch der Beweis, dass der Schulversuch schlecht für die Kinder war. Glaubt man den Schulleitern und Eltern, deren Kinder dort gelernt haben, gibt es durchaus Gründe, die für Schule ohne Noten sprechen.

Eisenmann geht nicht wertschätzend mit den Schulleitern um, die sich für den Versuch engagiert haben und die nun Eltern künftiger Erstklässler erklären müssen, dass die Leistungen ihrer Kinder wieder in Noten angegeben werden. Mit der Streichung des Versuchs geht Vielfalt im Bildungsland Baden-Württemberg verloren.