Kommentar Ulrike Schleicher über Sprachkurse für Geflüchtete Eine Einsatz, der sich lohnt

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Ulm / Ulrike Schleicher 04.09.2018

Das Geld kommt vom Land, organisiert wird – vor Ort – von Stadt und Landkreis. Der Crashkurs in Deutsch war mit heißer Nadel gestrickt, aber dennoch erfolgreich, wie schon vor der Prüfung seitens der Lehrer bekundet wurde: 19 Geflüchtete  haben wochenlang gebüffelt, um ihre Chancen zu verbessern. Zu verdanken ist das engagierten Menschen, die um die Fähigkeiten und um die Motivation vieler Geflüchteter wissen.

Integration findet in den Städten und Kommunen statt. Sie können vieles tun, um das Ankommen dieser Menschen zu befördern. Eben gerade in puncto Sprache. Während der Staat nur denjenigen Sprachkurse ermöglicht, die eine Bleibeperspektive haben, investiert die Stadt Ulm Geld, damit jeder, der ankommt, unbürokratisch und schnell die deutsche Sprache lernt.

Auch Menschen wie Ahamad Haidary und Wakilahmad Hassansade aus Afghanistan sowie Sowe Kemo aus Gambia. Sie alle haben seit ihrer Ankunft vor rund zwei Jahren die Kurse der Stadt besucht. Ein Einsatz, der sich für beide Seiten lohnen könnte, wäre da nicht die drohende Abschiebung. Dass das Land im Rahmen des Integrationspakts zwar den Crashkurs für künftige Auszubildende zahlt, ihnen umgekehrt trotz Ausbildungsvertrag kein Bleiberecht garantiert, verstehe, wer will.

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