Beschäftigung Eine Chance für Leute mit wenig Chancen

Ulm / Verena Schühly 15.06.2018

„Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist sehr gut, er ist aufnahmefähig. Davon profitieren auch die Flüchtlinge: 251 geflüchtete Menschen haben im vergangenen Jahr eine Arbeitsstelle aufgenommen.“ Diese positive Bilanz stellte Monika Keil, die Geschäftsführerin des Jobcenters Ulm, an den Anfang ihres Berichts im Ausschuss für Bildung und Soziales des Gemeinderats.  Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist 2017 gesunken.

Allerdings sprächen rund 20 Prozent der Flüchtlinge nicht so gut Deutsch, dass sie eine Arbeit aufnehmen könnten, sagte Keil weiter. Darum liege der Fokus 2018 einerseits auf Sprachförderung und Qualifizierung für diesen Personenkreis. Ein zweiter Schwerpunkt  sei die Betreuung von Flüchtlingen, um Eltern zu befähigen, in Hinsicht auf die Ausbildung ihrer Kinder alle Möglichkeiten aufzuzeigen.

Trotz der guten Konjunkturlage und niedrigen Arbeitslosenquote haben im März demnach 5934 Personen Leistungen vom Jobcenter bezogen, darunter 4084 erwerbsfähige Erwachsene. „Dieser Personenkreis lässt sich nur in den ersten Arbeitsmarkt integrieren, wenn er intensiv gefördert wird“, betonte Keil, „diese Menschen haben oft mit komplexen Problemlagen zu kämpfen.“

Die Stadt bietet selbst Jobs an

Aus diesem Grund hat die Stadt Ulm seit dem Jahr 2013 selbst zehn Arbeitsstellen eingerichtet: im Baubetriebshof, auf Friedhöfen, im Tiergarten und Hausservice sowie in der Stadtbibliothek. Die Lohnkosten teilen sich Kommune und Jobcenter, jeder zahlt die Hälfte. Wie Holger Hördt berichtete, der für die kommunale Beschäftigungsförderung zuständig ist, laufe das Programm gut. 2017 hätten 50 Prozent der Teilnehmer anschließend eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen, im laufenden Jahr liege die Quote bisher bei  100 Prozent.

Zum kommunalen Beschäftigungsprogramm gehören auch ein Teilzeitausbildungsplatz und 13 so genannte Teilhabeplätze. Diese sind, so Hördt, für arbeitslose Menschen, die wegen ihrer individuellen Schwierigkeiten keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, die aber motiviert sind, etwas zu tun und daher ehrenamtlich eingesetzt werden. „Die Einsatzstellen bieten ihnen die Möglichkeit zu sozialer Teilhabe“, erläuterte Hördt. „Die größte Herausforderung aber ist das Finden solcher Stellen.“

Von den Stadträten aller Fraktionen gab es einhelliges Lob für diese Bemühungen.

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