Ulm Eine Broschüre: Wie sie ist, die Bundeswehr

Handlich und kompakt: Der Bundeswehr-Standort auf 80 Seiten.
Handlich und kompakt: Der Bundeswehr-Standort auf 80 Seiten. © Foto: Matthias Kessler
HANS-ULI THIERER 15.09.2016
Bundeswehrstandort Ulm: Was ist das heute eigentliche? Eine 80 Seiten dicke Broschüre gibt Auskunft.

Wie man sich bettet, so liegt man. Diese (womöglich durch die Matratzenindustrie erfundene?) Weisheit münzt  der hiesige  Bundeswehrstandort um: Wie man sich präsentiert, so wird man wahrgenommen. In einer 80 Seiten umfassenden Broschüre – Autor ist der Journalist und Oberstleutnant der Reserve Joachim Lenk – zeigt sich die Bundeswehr natürlich von ihrer besten Seite. Und von ihrer historischen.

Jedenfalls bescheinigt der Standortälteste und Chef des Stabes beim Ulmer Kommando, Generalmajor Klaus Habersetzer, Lenk sei „mit großem Fleiß eine lesenswerte Dokumentation“ aus der Feder geflossen. Ganz ohne Befehlstöne. Nicht nur wird der in den vergangenen Jahren  im Zuge der Reformen arg geschrumpfte Standort mit Wilhelmsburg- und Bleidornkaserne sowie Bundeswehrkrankenhaus in Ulm, Rommelkaserne in Dornstadt und Munitionslager bei Setzingen vorgestellt. Es sind auch drei  Porträts über eben die Standort-Orte entstanden, und es wird ein Blick übern Zaun nach Laupheim geworfen, wo das einzige Hubschraubergeschwader der Luftwaffe stationiert ist.

Dazu Bemerkungen über die Aufgaben der Militärseelsorge, die die oft gestellte Frage  beantworten, ob Militärpfarrer Waffen segnen. Tun sie natürlich nicht, sind sie doch  ausschließlich dafür da, „dass für Soldaten das Grundrecht auf ungestörte Religionsausübung gewährleistet ist“. Auf dem Dienstplan des Militärpfarrers stehen also Gottesdienste im Feld, bei Übungen, auch im Einsatz. Und zudem Seelsorge oder seminaristische Lebenskunde.

Der Bundeswehrstandort Ulm ist fast genau so alt wie die Ende 1955 gegründete Bundeswehr selber. Er existiert seit 1956, als der Standortkommandant sein Büro in der Kienlesberg-Kaserne bezog; aus ihr ist längst ein schicker Wohnplatz mit Blick über Ulm geworden. Die Garnisonsstadt Ulm hat weitaus tiefere Wurzeln, die in vier Jahrhunderten stecken. Jedenfalls gehören Soldaten seit dem 17. Jahrhundert zum Stadtbild, so wie  die Mauern der Bundesfestung. Dass die eher düstere  Wehrmachtszeit während der NS-Diktatur ausgeblendet ist, ist kaum anders zu erwarten von einer Broschüre, die den Zweck hat, die guten Seiten der Bundeswehr zu zeigen.

Info Erhältlich ist die kostenlose Broschüre bei den einzelnen Bundeswehr-Dienststellen sowie auf den Rathäusern Ulm, Dornstadt und Setzingen. E-Mail-Bestellung über: mnjhqpao@bundeswehr.org