Das ist der Anspruch der App „Mobility inside“. Mit ihr soll – am Ende deutschlandweit – der Umstieg vom eigenen Auto auf öffentlichen Nahverkehr und Leihsysteme einfacher und bequemer werden. Die Donau-Iller-Nahverkehrsgesellschaft (DING) beteiligt sich an der Testphase.

Über App Fahrscheine lösen

Der Vorteil der App zeigt sich am besten an einem Beispiel. Wer vom Eselsberg zum Frankfurter Congress Centrum fahren will, kann sich über „Mobility inside“ sämtliche Fahroptionen anzeigen lassen: mit Bus oder Straßenbahn zum Ulmer Hauptbahnhof, mit Zügen nach Frankfurt, vom dortigen Bahnhof mit Nahverkehr, Carsharing oder E-Scootern zum Messegelände – alles über verschiedene Verkehrsverbünde hinweg, in Echtzeit, mit Verspätungen, Fahr- und Ankunftszeiten. Über die App lassen sich auch alle nötigen Fahrscheine lösen. „Die App ist ein riesiger Fortschritt für die Nutzer“, sagte Landrat Heiner Scheffold, Aufsichtsratsvorsitzender der DING, bei der Vorstellung der App. Im DING-Gebiet beteiligen sich 100 Nutzer am Probebetrieb. Insgesamt testen rund 1800 Fahrgäste, denn „Mobility inside“ läuft testweise in zehn Nahverkehrsregionen, darunter Stuttgart, München und das Rhein-Main-Gebiet.

Möglichst einfach und attraktiv

Statt mehrerer Apps soll durch „Mobility inside“ nur noch eine einzige nötig sein. „Das macht Mobilität einfach und attraktiv“, sagte Scheffold. Er sieht die App als Beitrag zur Verkehrswende, da sie zum Umsteigen animiere. DING habe sich bewusst für den deutschlandweiten Ansatz des Systems entschieden, „ein regionaler wäre viel zu klein“.

Bus und Straßenbahn in Ulm und Neu-Ulm Öffentlicher Nahverkehr wird teurer

Region

Dass DING aufgenommen wurde in das bundesweite Pilotprojekt, sei auch dem Umstand zu verdanken, dass sich der Verbund schon lange der Digitalisierung widme, sagte Geschäftsführer Thomas Mügge. DING konnte so für das Projekt nötige Anforderungen erfüllen. Die Testphase soll bis März 2020 laufen. Wie es danach weitergeht, stehe noch nicht fest. Scheffold und Mügge sind aber zuversichtlich, dass „Mobility inside“ Zukunft hat.

Darüber hinaus plant DING die weitere Digitalisierung des Nahverkehrs. Mit einem elektronischen Fahrgeldmanagement sollen perspektivisch zuerst Jahreskarten und Schülermonatskarten auf eine Chipkarte umgestellt werden. Zudem ist der Ausbau der Anzeige von Echtzeitdaten und Anschlussverbindungen an Haltestellen im ländlichen Raum vorgesehen.