Ulm Einblick in die Zukunft

Hau die Zuckerdose. Der weiße High-Tech-Sockel zeigt an, wer wieviel Energie besitzt. Der Stand gehört zur Ausstellung "Ideen 2020". Foto: Volkmar Könneke
Hau die Zuckerdose. Der weiße High-Tech-Sockel zeigt an, wer wieviel Energie besitzt. Der Stand gehört zur Ausstellung "Ideen 2020". Foto: Volkmar Könneke
WILLI BÖHMER 20.08.2013
Wie leben die Menschen 2020, in also nur sechseinhalb Jahren, in Deutschland? Das versucht eine Ausstellung der Helmholtz-Gemeinschaft im Stadthaus zu greifen. Es geht um Mobilität, Energie und vieles mehr.

Im großen Saal des Ulmer Stadthauses stehen dort, wo normalerweise Stühle aufgereiht sind, Internetkonsolen und einige futuristisch anmutende Gegenstände. Wer auf die Bildschirme tippt, landet in einem Thema, das die Politik bereits heute beschäftigt, es wird nur um sechseinhalb Jahre in die Zukunft fortgeschrieben: Es geht um die Welt von morgen, deren Details bereits heute die Forscher beschäftigen. Die Helmholtz-Gemeinschaft hat diese Welt entworfen und als Ausstellung auf Reisen geschickt.

Es geht um Menschen und Technik, um Wissenschaft und Wirtschaft. Elektromobilität ist ein Thema und Mobilität insgesamt in der Welt von morgen ein anderes. Energieversorgung und die alternde Gesellschaft mit ihren veränderten Bedingungen werden behandelt. Sicherheit, Kommunikation und Gesundheitsforschung treiben die Forscher um. All das lässt sich unter dem Begriff "High-Tech-Strategie der Bundesregierung für die nächsten Jahre" zusammenfassen.

Es sind nicht die unverständlichen ewig langen Forschertexte, die sich nur an Experten richten. Viele Bilder und plakative kurze Texte erklären Szenarien. Ein Mann, der zur Ausstellungseröffnung seine Tochter mitgebracht hatte, gab nach einer Stunde auf: Er müsse noch einmal mit viel Zeit wiederkommen und die aufgezeigten Informationspfade an den Konsolen nachvollziehen. Das sei so interessant, aber eben auch viel, das könne man nicht so nebenbei konsumieren.

Das Bildungs- und Forschungsministerium hat das Projekt mit dem Titel "Ideen 2020 - Ein Rundgang durch die Welt von morgen" gefördert. Die Ulmer Bundestagsabgeordnete Annette Schavan (CDU), die das Ministerium lange führte, sprach bei der Ausstellungseröffnung im Stadthaus. Wirtschaft und Wissenschaft sollen durch die Ausstellung ein Stück weit zusammengeführt werden. Und die Menschen sollen darüber informiert werden, was die Forscher in ihren Laboratorien derzeit beschäftigt. Früher hieß es, in Deutschland gebe es viele gute Ideen, aber in der Umsetzung werde geschwächelt, sagte Schavan. Deshalb sei es um so wichtiger, die Brücke aus der Wissenschaft in die Wirtschaft zu schlagen.

Beim Rundgang erläutert eine Mitarbeiterin der Helmholtz-Gemeinschaft die Themen. Es geht beispielsweise um die Bedeutung der Natur in der Stadt und die positive Wirkung auf Menschen. Deshalb legten junge Leute in Berlin bereits wieder Dachgärten an. Eine Konsole hat die Gestalt einer überdimensionalen Zuckerschote. Jede kleine Kammer symbolisiert eine Wohnung oder ein Büro. Das Energieproblem müsse gelöst werden. Es geht dabei um Effizienz, um Energiespeicherung, um moderne und umweltverträgliche Technologien, weg vom Erdöl. "Eine Welt ohne Energieprobleme, das wäre doch ein schöner Traum", sagt die Frau.

Oben in der Ulmer Wissenschaftsstadt wird an vielen Themen gearbeitet, die in der Ausstellung angerissen werden. Es ist fast schon die Welt von heute.

Info Die Ausstellung kann bis einschließlich 25. August im Stadthaus besichtigt werden. Sie ist montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr, am Donnerstag bis 20 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.