Ulm Ein Trio für Bayreuth

Ulm / HEP 19.02.2015
Jedes Jahr vergibt der Richard-Wagner-Verband weltweit 250 Stipendien. Dieses Jahr sind der Ulmer Pianist Janis Pfeifer, die Sopranistin Anne Funck Hansen und der koreanische Bass Don Lee vom Theater Ulm darunter.

Richard Wagner wünschte sich seine Festspiele in Bayreuth als Volksfestspiele, wie sie vor mehr als 2000 Jahren in Griechenland stattgefunden hatten. Dazu sollte auch wie damals der freie Eintritt gehören. Als sich dies nicht verwirklichen ließ, regte er ein Jahr vor seinem Tod ein "Patronat" an. Es sollte "tüchtigen Freunden meiner Kunst bei freiem Eintritt, ja nötigenfalls durch Übernahme der Kosten der Reise und des freien Aufenthalts" den Besuch der Festspiele ermöglichen.

Heute ist die Idee Wirklichkeit, eine Stipendienstiftung übernimmt die Kosten für weltweit 250 Stipendiaten pro Jahr, die im August in den Genuss von drei Bayreuther Aufführungen samt Beiprogramm kommen. Vorgeschlagen werden sie von den örtlichen Richard-Wagner-Verbänden. Dieses Jahr war der Ulmer Verband mit dreien seiner Vorschläge erfolgreich.

Alle drei Stipendiaten haben Bezug zu Ulm. Der Pianist Janis Pfeifer wurde 1993 in Ulm geboren und erhielt dort Klavierunterricht bei Susanne Lohwasser, war in diversen Besetzungen beim Wettbewerb "Jugend musiziert" erfolgreich. Seit 2011 studiert er an der Musikhochschule Stuttgart bei Prof. Péter Nagy. Während dieses Studiums war er wiederholt als Solist in Ulm zu hören, unter anderem mit dem Philharmonischen Orchester der Stadt Ulm.

Der aus Korea stammende Bass Don Lee ist seit der Spielzeit 2012/13 Ensemblemitglied des Theaters Ulm und dort aktuell als Nettuno und Antinoo in "Il ritorno d'Ulisse in patria" zu hören. Im März wird er den Don Alfonso in Antje Schupps Inszenierung von Mozarts "Così fan tutte" singen.

Die dänische Sopranistin Anne Funck Hansen wuchs in Greve bei Kopenhagen auf. Nach ihrem Gesangsstudium am Königlichen Dänischen Musikkonservatorium in Kopenhagen war sie in Ulm Schülerin von Kammersängerin Martha Dewal.

Info Die Stipendiaten des Richard-Wagner-Verbands werden am Samstag, 15 Uhr, im Club Orange des Einsteinhauses vorgestellt (Eintritt frei). Danach findet die Mitgliederversammlung des Verbandes statt.