Ganz im Gegensatz zum sympathie-erweckenden Namen ist das Dicherviertel vor allem ein Verhau alter Gewerbe-Immobilien. Man denke nur an den alten Reifen-Standort von Wagner und Hefele, auf dem zwischenzeitlich ein schickes Leonardo-Hotel entstanden ist.

Viertel hat hohes Potential

Denn das Dichterviertel hinter dem Hauptbahnhof hat angesichts der künftigen schnellen ICE-Trasse nach Stuttgart hohes Potenzial. Das hat nicht nur die Stadtverwaltung mit der Ausweisung als Sanierungsgebiet entdeckt, das verstehen sehr wohl auch Investoren, die im derzeitigen Immobilien-Boom hier hohe Gelder einsetzen.

Dazu gehört bei Pionieren wie Rainer Staiger von Proinvest freilich unternehmerisches Risiko. Mit diesen erfolgreichen Vorzeigeprojekten – nun auch mit hotelähnlichen Apartments für Geschäftsleute und von Elisa betreuten Seniorenwohnungen – dürfte das Dichterviertel vollends ein Selbstläufer werden.

Es wird auch Verlierer geben

Allerdings kann man an der Stelle auch sehen, wie womöglich die sozialen Verlierer der Aufwertung dieses Quartiers aussehen: nämlich in dem großen Mietwohnungsblock an der Mörikestraße – bei der Vorbeifahrt in Richtung Ludwig-Erhard-Brücke gut sichtbar. Es muss erste Aufgabe des Rathauses sein, dafür zu sorgen, dass diese Mieter von Vonovia bei dem geplanten Abriss nicht  schutzlos auf dem knallharten Ulmer Wohnungsmarkt landen.

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