"Super, der Belag ist Wahnsinn", sagt Bernhard, ein Skateboardfahrer von vielen, der am Donnerstag die neue Anlage gleich ausprobiert hat. Der Belag ist spiegelglatt, selbstverständlich noch ohne Risse. Bernhard rollt los, geht federnd in die Knie, strahlt. Sind die Fahrer auf dem Beton zu schnell? "Genau richtig", sagt er. Die Anlage ist der neue Freiluft-Skaterpark, der in Richtung Blaustein unter der Blautalbrücke liegt.

Der Park wurde den Nutzern offiziell übergeben, allen voran dem Skateboardverein Ulm. Mit dabei: Alle, die an der Entstehung des Parks beteiligt waren, also Fabian Endres, der zweite Vorsitzende des Skateboardvereins, die Vertreter der Spielplatzkommission (Spiko), Karlheinz Lieb, zuständig für Spielplätze bei der Abteilung Grünflächen der Stadt Ulm, dessen Chef Christian Giers, der Ulmer Baubürgermeister Tim von Winning, der Blausteiner Bürgermeister Thomas Kayser, Architekt Christian Thomas und viele Fahrer mit ihren Brettern unter den Füßen.

Einig waren sich alle in diesem Punkt: Vom Wunsch bis zur Umsetzung ist es schnell gegangen. "War der Spatenstich nicht erst gestern?", fragte Karin Graf, als CDU-Stadträtin Mitglied der Spiko. Ganz so schnell ging es doch nicht. Spatenstich war im Juli. Drei Jahre zuvor hatte eine Handvoll Ulmer Skater einen Verein gegründet mit dem Ziel: eine Anlage bauen, auf der sie unter freiem Himmel fahren können.

677 Quadratmeter ist der Park groß, gekostet hat er 240.000 Euro, was größtenteils die Stadt Ulm bezahlte. Die Stadt Blaustein gab 20.000 Euro. Weil die Anlage zwischen beiden Städten liegt, habe sich der Blausteiner Gemeinderat für die "Co-Finanzierung" entschieden, sagte Kayser. Denn in Blaustein "war der Bedarf da, nur kein Platz". Mittlerweile sind "einige Blausteiner hier aktiv". Der Skaterverein wollte 10.000 Euro über Spenden beisteuern, geworden sind es 1500 Euro, erzählt der Vereinsvorsitzende Manuel Bogner. 15 Firmen habe man angeschrieben, mehr Geld kam nicht zusammen.

Welche Elemente in den Park gebaut wurden, das machten Skater und Architekt Thomas unter sich aus. "Da verstehen Sie kein Wort, das ist wie eine Fremdsprache", erklärte Giers den Vertretern der Spiko. In der Anlage, die rautenförmig angelegt ist, stehen nun Elemente wie die "China Bank", der "Vulcano", die Rampen "Kicker". Alles ist gedacht für Streetfahrer, neben Skatern auch für BMX-Fahrer und Inlineskater, die über Hindernisse rollen und springen wollen, sagte Endres. Am Platz unter der Brücke störte er sich nicht. Im Gegenteil. "Viele Skaterparks liegen unter Brücken." Endres schwärmte vor allem vom Boden, in dem es keine Unebenheit gibt. Der Architekt Thomas (33) aus Kiel, der sich auf Skateranlagen spezialisiert hat, hörte das gern. Mit "viel Handarbeit" sei der Beton zum Super-Boden verdichtet worden, erklärte er.

Nur Helga Malischewski, als FWG-Stadträtin bei der Spiko, erkannte einen Schwachpunkt der Anlage: "Es gibt keine Toiletten. Wo geht ihr hin, wenn ihr müsst? Wir müssen uns was einfallen lassen."