Immobilien Dichterviertel: Ein neuer Stadtteil entsteht

Ulm / Frank König 24.09.2018
Investor Rainer Staiger legt im Dicherviertel den Grundstein für 59 seniorengerechte Wohnungen und 111 Serviced Apartments.

Im Dichterviertel werden an der Kleiststraße die Umrisse eines neuen Bauvorhabens neben dem Leonardo-Hotel sichtbar. Der Ulmer Investor Rainer Staiger hat an der Stelle, wie berichtet, bereits das Hotel und 74 Wohnungen gebaut. Er ertellt nun mit seiner Firma Proinvest in einem zweiten Gebäudekomplex 111 Mietapartments für lediglich vorübergehend in Ulm beruflich tätige Menschen sowie 59 seniorengerechte  Wohnungen.

Städtische Wohnbedürfnisse

Das hohe Tempo, das Staiger an der Stelle vorlegt, nötigte Baubürgermeister Tim von Winning am Montag Respekt ab. So werde in dem Sanierungsgebiet eine „hervorragende Grundlage für einen neuen Stadtteil“ geschaffen, sagte er bei der Grundsteinlegung.  Das Bauvorhaben verfüge durch die Nähe zum Hauptbahnhof über einen erheblichen Standortvorteil. Die Architektur erinnert aus Sicht von Winnings an das weltbekannte Flatiron-Hochhaus in New York, das mit seinem Grundriss einem Bügeleisen entspricht. Es werte auch den ersten Bauabschnitt zusätzlich auf. Beide Gebäude zusammen deckten mit Hotel, Wohnungen, Apartments und Seniorenanlage einen großen Teil städtischer Wohnbedürfnisse ab, sagte der Baubürgermeister.

Staiger investiert in den neuen Gebäudekomplex etwa 25 Millionen Euro, nachdem der erste Abschnitt bereits 50 Millionen Euro gekostet hat. Diesen Abschnitt mit dem Hotel hat Staiger, wie bei Projektentwicklern üblich, an einen Investor weiterverkauft, in diesem Fall die Hannover Leasing. Die 74 Wohnungen gingen fast alle in Paketen an institutionelle Ulmer Investoren. Für den zweiten Abschnitt laufen die Endverhandlungen mit einem noch nicht genannten Käufer.

Elisa in neuer Version

Staiger kann hier ebenfalls ein komplettes Paket schnüren, weil für beide Gebäudeteile ein fester Generalmieter bereitsteht. Für die Serviced Apartments ist es der Münchner Spezialist Brera, für die Seniorenwohnungen die europäische Korian-Gruppe, die in Ulm mit der Seniorenresidenz Elisa vertreten ist. Mikaela Ahnefeld-Grünitz nannte die Erweiterung am Blaubeurer Ring das „Elisa 2.0“.  Es gehe darum, „passgenau“ auf die Bedürfnisse älterer Menschen einzugehen, die an dieser Stelle jedoch etwas jünger als im Elisa in der Friedenstraße sein würden. Somit sei auch kein vollstationärer Teil geplant, die Verpflegung könne auf Wunsch auch aus dem Elisa-Restaurant angeliefert werden. In den Zweizímmer-Wohnungen mit 48 bis 67 Quadratmetern könne man ein individuelles Leben führen.

Für Brera nannte Geschäftsführer Matteo Ghedini das Engagement in Ulm ein Pilotprojekt. Man wolle sich beim Ausbau von Apartments für Langzeitaufenthalte auf dynamische „deutsche B-Städte“ konzentrieren. Er sei in Ulm beeindruckt von der Wirtschaftsstärke: „Wir wollen an der Ulmer Erfolgsstory teilhaben.“ Es handle sich mit 111 Apartments um das größte Projekt von Brera. Bisherige Standorte sind Frankfurt, München und Nürnberg.

Staiger machte erneut deutlich, dass Proinvest als Pionier und „First Mover“ im Dichterviertel an weiteren Grundstücken im Umfeld interessiert ist. So grenzt beispielsweise das verlassene Areal des Autohauses Holbein direkt an die Baustelle an: „Wir sind bereit für weitere Taten“.

Auch UWS/Heimstätte bauen

Direkt östlich entsteht in der Kleiststraße auch ein Wohnvorhaben von UWS und Heimstätte mit geförderten Wohnungen. Der Abriss der gewerblichen Altgebäude ist zuletzt angelaufen.

Außerdem soll bekanntlich das große Vonovia-Mietshaus entlang der Mörikestraße abgerissen werden. Der Neubau erfordere später auch eine Verlegung der Abfahrt in die Schillerstraße an der Ludwig-Erhard-Brücke, erläuterte von Winning am Rande der Veranstaltung. Eine Sanierung dieses Wohnblocks habe sich als unwirtschaftlich herausgestellt. Für die Mieter müsse eine Alternative gefunden werden.

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Projekt Pro Invest plant auf einem zentralen Grundstück des Neubaugebiets „Ulmer Hofgut“ in Ludwigsfeld außerdem ein Projekt mit 38 Wohnungen in drei freistehenden Wohngebäuden. Damit habe man sich gegen hochkarätige Konkurrenz unter den Bauträgern durchgesetzt, heißt es in einer Mitteilung. Das Projekt liegt bei Nikolai und Raphael Staiger und somit schon in den Händen der nächsten Generation. Die Architektur stammt von Roland Hähnel von SH-Arc aus Stuttgart. Die Wohnungsgrößen reichen von 32 bis 175 Quadratmetern. Geplante Fertigstellung: 2020.

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