Neu-Ulm Ein Masterplan für die Innenstadt

CHRISTOPH MAYER 26.10.2013
Trotz unterschiedlicher Detailvorstellungen: Nahezu einhellig hat der Stadtrat einen "Masterplan" für die Innenstadt verabschiedet. Ein Büro soll nun ein Konzept für die Aufhübschung Neu-Ulms erstellen.

Unsexy, langweilig, emotionslos: Mit markigen Worten hatte Stadtmarketing-Experte Alexander Doderer den Neu-Ulmer Stadtverantwortlichen im Juni die Leviten gelesen und Innenstadt-Defizite - darunter Schmuddelecken, zu viele Verbotsschilder, leblos gestaltete Schaufenster, zu wenig Sitzbänke, zu wenig Gastronomie - aufgezeigt. Damit war natürlich eine kommunalpolitische Debatte angezettelt, die im September in einem "Stadtratsworkshop zur Profilierung der Innenstadt" mündete (wir berichteten).

Die Ergebnisse des Workshops lagen dem Stadtrat jetzt zur Abstimmung vor. Es ging also um nicht weniger als darum, einen Masterplan zur Verschönerung Neu-Ulms auf den Weg zu bringen. Waren sich die Fraktionen am Donnerstagabend im Großen und Ganzen auch einig, wohin die Reise gehen soll, so gab es doch divergierende Ansichten in Detailfragen. Ergo setzte im Stadtrat noch einmal eine muntere Diskussion ein. Was Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (CSU) "erstaunlich" fand. Da habe man gerade auf einer Klausurtagung gemeinsam etwas beschlossen, und jetzt nähmen einzelne Stadträte - gemeint waren natürlich jene jenseits der CSU - wieder Abstand davon. Zwischenbemerkung CSU-Stadtrat Hermann Hillmann: "Der Wahlkampf hat halt begonnen."

SPD-Fraktionschef Karl-Martin Wöhner etwa stieß sich schon am Titel "Masterplan 2025". Die Jahreszahl sei ein untrügliches Zeichen dafür, dass "vieles auf die lange Bank geschoben werden soll". Auch die Einstellung eines Stadtbildgestalters lehne man gegenwärtig ab. "Erst muss der Masterplan inhaltlich gefüllt werden, nur dann macht ein Gestalter Sinn." Eine Ansicht, die übrigens auch Grüne und FDP vertraten. FDP-Fraktionschef Dr. Alfred Schömig störte sich dazuhin an der im Plan vorgesehenen Gleichberechtigung aller Verkehrsarten im Viertel zwischen künftiger Glacis-Galerie und Petrusplatz. Er forderte eine "Priorisierung" von Fußgängern, Radlern und ÖPNV.

Abgestimmt wurde schließlich nicht über den Masterplan als Ganzes, sondern über die einzelnen Unterpunkte (siehe Info-Kasten). Und siehe da: In fast allen Bereichen gab es nahezu einstimmige Ergebnisse für den Verwaltungsvorschlag. Nur in Punkto Stadtbildgestalter - er soll 2014 als Halbtageskraft eingestellt werden - war der Ausgang spannend. Mit 20 zu 14 Stimmen setzten sich CSU und Pro-Neu-Ulm dann aber doch durch.

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