Kommentar Harald John über Bundeswehr und Wohnungsmarkt Ein kleiner Rückschlag

Harald John
Harald John © Foto: privat
Ulm / Harald John 13.06.2018

Der Ulmer Jubel über die Entscheidung der Nato, ihr jüngstes Kommando in der Wilhelmsburgkaserne zu stationieren, ist nicht ungebrochen. Während bei der Stadt Freude über die Stärkung des Standortes herrscht, fragte sich mancher Bürger mit bangem Blick nach Osten, ob die Stadt an der Donau nicht zum potentiellen Ziel russischer Atomraketen werde könnte.

Dazu muss man allerdings wissen, dass in Ulm kein einziger Lastwagen, geschweige denn eine neue Langstreckenwaffe stationiert werden wird. Von Ulm aus wird, salopp gesagt, eine Art Nato-Transportunternehmen betrieben. Zugegebenermaßen ein militärisches. Und die Aussage des Befehlshabers, das Ulmer Kommando werde erst angesichts einer internationalen Gefährdungslage „aktiviert“, dürfte Kritiker nicht ruhiger schlafen lassen.

Ärgerlich für die Stadt aber sind vor allem die Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt. Die Bundeswehr will die Bleidorn-Kaserne am Kuhberg auf absehbare Zeit nicht freigeben, sondern bis zum Jahr 2025 oder länger reservieren. Und das bei einer erwarteten Truppenstärke von rund 100 neuen Soldaten. Damit sind die Pläne, auf dem Areal möglichst bald Wohnungen zu bauen, Makulatur. Auch wenn die Stadt auf neue Wohngebiete verweist – für den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt Ulm sind das keine guten Nachrichten.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel