Ulm Ein Kinderhort für die Wissenschaftsstadt

Ulm / VERENA SCHÜHLY 24.09.2013
Berufstätige Eltern gibt es viele in der Wissenschaftsstadt. Beim Familiengipfel ging es um die Frage der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

In der Wissenschaftsstadt am Oberen Eselsberg arbeiten mehr als 10 000 Menschen. Zugleich wachsen die Wohngebiete im Ulmer Norden. Was ist dort nötig, damit sich Familie und Beruf besser unter einen Hut bringen lässt? Diese Frage stand im Zentrum des Familiengipfels Oberer Eselsberg/Ulmer Norden, den die Stadt Ulm, das lokale Bündnis für Familie, die IHK Ulm und die Uni gemeinsam veranstaltet haben. Rund 20 Vertreter der betroffenen Verbände, Einrichtungen und Initiativen nahmen daran teil.

Bei dem Workshop zur Kinderbetreuung wurde deutlich, dass die in der Wissenschaftsstadt beschäftigten Eltern einen großen Bedarf für eine Hort-Betreuung ihrer Schulkinder sehen. Die Teilnehmer sagten, es sei ihnen wichtig, dass das pädagogische Personal qualifiziert geschult ist und konstant bleibt. Besonders ausländische Eltern legten Wert auf Hausaufgabenbetreuung, um ihre Kinder in Deutsch optimal zu fördern, was sie selbst oft nicht leisten könnten.

Ein großes Anliegen der Eltern sind flexible Betreuungszeiten, die ganz früh anfangen oder bis in den Abend reichen - passend zu ihren flexiblen Arbeitszeitmodellen. Hier sagte Gabriele Baier vom Familienbüro der Stadt Ulm, dass jetzt in den neu eröffneten Krippen vermehrt Nachmittagsgruppen angeboten werden, in denen noch Plätze frei sind. Ulrike Braun-Barth vom Tagesmütterverein fügte an, dass die Tagespflege flexiblere Betreuungszeiten hätte und meistens "nicht viel teurer" als eine Kita sind.

Manuela Egle, die Leiterin der Kinderkrippe der Uniklinik, berichtete, dass ihre Einrichtung derzeit eine Warteliste von 112 Kindern hätte. Weil die Einrichtung so früh öffnet, dass Eltern um 7 Uhr am Arbeitsplatz sein können - während andere Kitas erst dann aufmachen. Beruhigend sei für die Eltern auch, dass die Betreuung gesichert ist: "Wir sind und bleiben da, wenn die Eltern noch am OP-Tisch stehen."

Ein anderer Fall, der berufstätige Eltern vor Probleme stellt, ist, wenn ein Kind krank ist. Hier würden sich manche eine Art Notfall-Betreuung durch eine Tagesmutter-Springerin wünschen. Kritik gab es an den aus Elternsicht in Ulm hohen Kosten für die Kinderbetreuung, insbesondere für Akademiker mit einem höheren Einkommen.

Eine zweite Gruppe beschäftigte sich mit der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger. Dabei wurde klar, dass es hier auch einen großen Bedarf an flexiblen Betreuungszeiten gibt. Andererseits wurde deutlich, dass die psychischen und physischen Belastungen von pflegenden Angehörigen ungleich größer sind als bei der Kinderbetreuung.

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