Tradition Ein Fest für die Narren

Von Martin Dambacher 12.02.2018

Mit drei Salutschüssen ist der Fasnetsumzug der Ranzenburger Narrenzunft gestern traditionell „angeschossen“ worden. Um 14 Uhr setzte sich der Gaudiwurm von der Lindenstraße aus in Bewegung. Fast zeitgleich öffnete auch Frau Holle ihren weißen Konfettibeutel und schickte in der ersten halben Stunde teils dicke Flocken vom Himmel. Die mehreren tausend Zuschauer aus ließen sich davon aber nicht abschrecken. „Bei gutem Wetter kann ja jeder laufen“, kommentierte  Peter Schmid von den Ranzenburger Hoheiten das Nass von oben. Fast hatte man den Eindruck die Menge wolle das Winterwetter mit ihren bunten Kostümen und ihrer guten Laune vertreiben. Mit Erfolg, denn zur Mitte des gut eineinhalb Stunden dauernden Spektakels hörte es auf zu schneien.

Vielleicht hatte aber auch das ein oder andere Stoßgebet während der morgendlichen Narrenmesse geholfen. Auch bei der 28. Auflage in der Stadtpfarrkirche drängten sich die Narren dicht an dicht. Die Gestaltung als ökumenischer Gottesdienst inklusive schwäbischer Predigt des evangelischen Pfarrers Thomas Breitkreuz fand Gefallen, genau wie die Musik  des  Vokalensemble Crescendo .

Nach der Messe zog es einige Mäschkerle direkt zu den diversen „Schminkstationen“ in den Kneipen und Restaurants, bevor sich zur Mittagszeit die ersten Kostümierten an den zahlreichen Verpflegungsständen stärkten und sich danach ihr Plätzchen am Straßenrand sicherten. Fast magisch schien dabei die sanierte Königstraße auf die Zuschauer zu wirken. Sowohl im Abschnitt Lindenstraße bis Illertisser Straße, aber auch im kürzlich fertig gestellten Teil zwischen Kirche und Gießenstraße  standen die Zaungäste in Massen. Zu sehen bekamen sie neben der bekannt großen „Ranzenburger Fraktion“ mit neun Maskengruppen, dem kompletten Hofstaat samt Garden, Elferräten und Prinzenpaaren auch viele fantasievolle Fußgruppen aus Dietenheim und Umgebung – angefangen bei den „Ranzenburger Schamanen“ über einen „närrischen Haufa Blechbüchsenarmee“ bis hin zu den „Vogelscheuchen vom Illertal“. Aber auch die teils weit angereisten, schwäbisch-alemannischen Maskengruppen lieferten mit Pyramiden, Schleudern und Spezialeffekten gute Gründe zum Klatschen und Mitschreien der diversen Narrenrufe.

Neben vielen „Stammgruppen“ aus der Region wie die Illertisser Wasserbätscher, die Unteroicher Keazalälle oder Käppeles Räuber aus Bellenberg, gab es mit den Weibelhäxxa Gattnau auch eine neue Gruppe zu bestaunen. Und auch die befreundeten Karnevalsvereine und –gilden der Ranzenburger Narrenzunft waren wieder mit ihren Prinzenpaaren vertreten, so waren zum Beispiel erneut die Narren des Kuhbergvereins Ulm, des Carneval Club Illertal Senden oder die Aumer Kröpf mit Präsidentenpaar Werner und Selina zu Gast in Dietenheim. Und auch „wilde Gruppen“, wie die drei Indianer um Stadtapothekerin Barbara Dursch, die sich für mehr Parkplätze und einen besseren öffentlichen Nahverkehr stark machten, gehören zum festen Bild der Ranzenburger Fasnetsumzugs. Sie machen seinen Charme aus, genau wie die vielen Musikgruppen. Nach Umzugsende folgten die Narren  der Devise des Ranzenburger Narrenmarsches und erfreuten sich am „wunderschönen Dreck“ in den Gassen und feierten in der Narrhalla, bei der „After-Umzugs-Party“ der Ranzenburger Hexen auf dem Marktplatz und in der Giaßa-Bar ausgelassen weiter.

Es ist noch nicht vorbei

Programm Heute Abend steigt in der Narrhalla mit dem Rosenmontagsball das große Finale der Ranzenburger Fasnet 2018, bei dem nochmals alle Highlights der diesjährigen Saison zu sehen sind.  Ab Dienstag nach dem Kehraus heißt es dann wieder „S’goht dr gega“.

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