„Ich sag nicht zu allem Ja und Amen, aber der Konsens ist mir immer wichtig gewesen. Ich habe versucht, hier eine humane Schule zu machen“, sagt Hans-Jürgen Sponsel. Nun ist der Schulleiter des Schubart-Gymnasiums mit einer großen Feier offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden.

Aber bei der einen Feier sollte es nicht bleiben: Am letzten Schultag ließen die Schüler 500 Luftballons für ihren scheidenden Schulleiter fliegen und schenkten ihm eine Schatzkiste, in der jeder der knapp 700 Schüler Wünsche für sein künftiges Leben auf Zettelchen geschrieben hatte. Es sei ein emotionaler Abschied gewesen, sagte Sponsel, der nach langjähriger Tätigkeit an der europäischen Schule in Luxemburg, einer Lehrer-Station an einem Geislinger-Gymnasium, vom Kepler-Gymnasium als Rektor ans Schubart wechselte.

„Ich habe Schule immer zu meiner Sache gemacht“, sagt er: als Fachbetreuer für verschiedene Fächer, engagiert im Qualitätsmanagement und maßgeblich beteiligt an der Berufs- und Studienorientierung „Bogy“ am Kepler Gymnasium. „Im Laufe der Jahre sammelt sich so einiges an Erfahrung an. Und schließlich habe ich mich gewappnet gefühlt, eine Schule zu leiten“, sagt er.

Geboren ist der verheirate Vater dreier erwachsener Kinder 1951 in Heidenheim und aufgewachsen in Nördlingen. Nach seinem Abitur studierte er in Tübingen Latein, Geschichte und Gemeinschaftskunde auf Lehramt. Er schwärmt von seinem Gymnasium, das nicht nur ein gut aufgestelltes bilinguales Profil habe, wie er betont, sondern auch im MINT-Bereich und musikalisch herausragend sei.

Ihm ist es zu verdanken, dass das Schubart-Gymnasium, nicht spanisch, wie die meisten anderen Schulen als dritte Fremdsprache anbietet, sondern italienisch. Immerhin sei das in Ulm eine starke Bevölkerungsgruppe. „Und vor allem ist das nicht nur Touristen-italienisch, was wir hier machen.“ Schüler fördern, und gleichzeitig versuchen, Schüler auch zu verstehen – das sei stets sein Motto gewesen, sagt er. Auch über sein Kollegium spricht er nahezu zärtlich: Das Kollegium und er wäre eine Einheit gewesen, mehrmals betont er das.

Auf einem Zettelchen aus der Schatzkiste ist eine Brücke abgebildet, die eine Fünftklässlerin dem Rektor zum Abschied gemalt hat, darunter steht: Herr Sponsel baut Brücken zwischen Lehrern und Schülern. Ja, das sei ihm wichtig, sagt Sponsel, ebenso wie die Zusammenarbeit mit den Eltern. Diese haben in Eigenregie bereits die Flure der Schule gestrichen und werkeln zusammen mit den Schülern und Lehrern an einem Schülercafe, das im Herbst eröffnen soll. „Das Schubart, das ist die Schule, von der ich ungern gehe“, meint Sponsel, andererseits brauche er jetzt viel Zeit, um die Geschenke zu studieren, die ihm überreicht wurden. Außerdem hätte er nun mehr Zeit für Reisen, Wandern und besonders für seine drei Enkelkinder. „Ich habe zwar auch als Schulleiter schon gelebt, aber die richtig dicken Bücher mussten immer hinten anstehen.“