Justiz Mord am UImer Eselsberg: Angeklagte schweigen zum Prozessauftakt

Der Tatort am Ulmer Eselsberg.
Der Tatort am Ulmer Eselsberg. © Foto: Archiv (SWP)
Ulm / Hans-Uli Mayer 12.10.2018
Ein Ehepaar steht ab Freitag in Ulm vor Gericht. Sie sollen bei einem Einbruch am 6. Januar am Ulmer Eselsberg einen Bewohner getötet haben.

Vor dem Ulmer Landgericht hat am Freitag der Prozess um den Mord am Ulmer Eselsberg begonnen. Knapp eine halbe Stunde hat der Auftakt nur gedauert, dann wurde die Verhandlung bereits wieder unterbrochen. Das angeklagte Ehepaar äußerte sich nicht zu den Vorwürfen, weshalb erst am 26. Oktober weiterverhandelt wird.

Die Staatsanwaltschaft hingegen ist überzeugt, in dem georgisch-russischen Ehepaar die Verantwortlichen für den Mord am 6. Januar am Ulmer Eselsberg gefasst zu haben. Freilich in unterschiedlicher Beteiligung. Während die 46-jährige Ehefrau als Haushälterin die Örtlichkeiten kannte und an ihren Mann weitergab, soll sie selbst nicht am Tatort gewesen sein, sondern lediglich das Fluchtauto gesteuert haben. Ihre Anklage lautet deshalb auf schweren Raub und gefährliche Körperverletzung.

Opfer mit Nageleisen geschlagen

Ihr 39-jährige Ehemann wird hingegen des Mordes beschuldigt. Er soll mit zwei Komplizen über die Garage in die Wohnung am Veltlinerweg gelangt sein, in der sie kurz nach zwei Uhr morgens auf den 59-jährigen Bewohner gestoßen waren. Der war wegen des Einbruchslärm aufgewacht und von den Tätern mit einem so genannten Nageleisen niedergeschlagen worden. Die Männer brachen ihrem Opfer dabei das Nasenbein und verschlossen den Mund mit einem Klebeband, so dass der Mann schließlich keine Luft mehr bekam und Stunden später an seinen Verletzungen gestorben ist.

Als Beute nahm das Trio Schmuck im Wert von 10.000 Euro mit. Obwohl sie noch in der Nacht mit dem Auto über den Brenner geflüchtet waren, konnte die Polizei das Ehepaar nur vier Tage später bei der Wiedereinreise nach Deutschland festnehmen. Auch die beiden möglichen Komplizen sind der Polizei namentlich bekannt. Einer ist in Israel festgenommen worden und sitzt dort seit längerem in Auslieferungshaft. Vom dritten Verdächtigen fehlt hingegen jede Spur.

Zuvor sollen die Angeklagten bei Einbrüchen in eine andere Wohnung sowie in eine Wallfahrtskirche Bargeld und Wertgegenstände im Umfang von rund 80.000 Euro gestohlen haben.

Für den Prozess sind derzeit bis Ende Juni kommenden Jahres 27 Verhandlungstage angesetzt. Der nächste findet am 26. Oktober statt (8.30 Uhr).

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