Ulm/Neu-Ulm Ehemalige Basketballer im Finalfieber: "Das beste Ulmer Team aller Zeiten"

Ulm/Neu-Ulm / HANS-ULI MAYER 02.06.2012
Ehemalige, noch in der Region lebende Basketballer, sind begeistert vom Final-Einzug der Ulmer. Tom Norwood beispielsweise findet das "wunderbar". Und Claudius Fragstein nennt das Team einen "Hammer".

Spricht man dieser Tage ehemalige Spieler auf den Finaleinzug der Ulmer Basketballmannschaft an, hört man nur Superlative. "Wunderbar" findet Tom Norwood die Erfolgsgeschichte und nennt die Mannschaft "das beste Ulmer Team aller Zeiten". Der 57-Jährige war nach dem Aufstieg 1988 nach Ulm gekommen und hat vier Saisonen gespielt. Derzeit arbeitet er als Übungsleiter und Hausmeister bei der TSG Söflingen und ist immer noch "voll dabei". Egal wie die Spiele gegen Bamberg ausgehen - Modus "best of five" - , die Saison war meisterlich. Norwood glaubt an die Ulmer Chance: "Das Team ist perfekt gemischt und der Trainer ein richtiger Play-Off-Coach."

Wenn das Team komplett ist und wieder bei Kräften, dann sieht auch Uwe Sauer, 49, eine reelle Chance. Er hat vor der Saison mit der damals noch von ihm trainierten Heidelberger Mannschaft gegen Bamberg und gegen Ulm gespielt und die Ulmer stärker eingeschätzt. "Da haben alle einen guten Job gemacht", lobt er das Management. Gewinnt Ulm das erste Spiel auswärts, ist alles offen, sagt Sauer. Der frühere Nationalspieler war von 1991 bis 1996 im Ulmer Team, gewann in seinem letzten aktiven Jahr den Pokal und war im ersten Finale 1998 Ulmer Co-Trainer von Peter Krüsmann.

Bis ins Finale hat es Lothar Pellkofer (48) nicht gebracht. Dafür gehörte er dem Team an, das 1988 den Aufstieg in die Erste Bundesliga schaffte und somit den Grundstein legte. Er ist begeistert vom Team und der Atmosphäre in der Arena. Selbst wenn er den festen Kern der Fans auf vielleicht 3000 schätzt, sei der Wechsel in die größere Halle wichtig gewesen. Er attestiert allen Beteiligten saubere Arbeit und lobt vor allem die "harmonische Erscheinung" des Vereins in der Öffentlichkeit. Pellkofer arbeitet als Projekt- und Produktmanager bei der Firma Gugelfuss für Alu-Fenster und Alu-Fassaden und hofft auf ein zweites Heimspiel in Ulm, für das er dann hoffentlich noch Karten bekommt.

Darauf hofft auch Claudius Fragstein, wenngleich der 53-jährige Monteur in einer Hydraulikfirma zugibt, dabei oft etwas zu langsam zu sein. Er spielte von 1988 an die ersten vier Bundesligajahre in Ulm und tippt auf die Deutsche Meisterschaft. Das Team sei ein "Hammer" und spiele auf "ganz hohem europäischen Niveau". Leider zeige das Deutsche Sportfernsehen wenig Basketball, am Sonntag aber werde er keine Minute versäumen, wenn live über das erste Finalspiel berichtet wird (15.30 Uhr): "Bamberg ist zu knacken. Die Ulmer spielen ganz super zusammen. Da gibt es keinen Eigensinn, außerdem ist das Team sehr gut gecoacht."

Der Älteste im Bunde ist Leopold "Poldek" Deworek. Der 60-Jährige arbeitet als Sporttherapeut im Querschnittsgelähmten-Zentrum am RKU und an der Joseph-BernhartFachakademie in Krumbach, und er nennt es "fantastisch", was Thomas Stoll und das ganze Team aufgebaut haben. Er hofft, dass die augenblickliche Welle noch länger andauert, und ist dabei guter Hoffnung. Er ist leider selten bei Heimspielen anwesend, weil er die Jugendmannschaft in Vöhringen trainiert und oft an der Linie steht. Seiner Beobachtung nach verfolgten Trainer und Management einen "durchdachten Plan", der selbst im Ausland bemerkt werde. Sein Sohn ist zum zweiten Mal Basketball-Meister in Dänemark geworden und lässt sich stets über die Ulmer informieren.

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