Ulm Ebeling: Uni Ulm muss ihr Profil schärfen

Räsonierte über die Zukunft der Uni Ulm: Präsident Karl Joachim Ebeling.
Räsonierte über die Zukunft der Uni Ulm: Präsident Karl Joachim Ebeling. © Foto: V. Könneke
CHRISTOPH MAYER 09.12.2013
Langfristig hat die Uni Chancen, eine von 20 deutschen Profil-Universitäten zu werden, sagt Präsident Ebeling. Dazu muss sie ihre Stärken stärken.

Mit den großen und altehrwürdigen Universitäten dieser Republik wird die 1967 gegründete Uni Ulm nie mithalten können, das weiß Prof. Karl Joachim Ebeling, seit 2003 Uni-Präsident, nur zu genau. Auch eine Ausweitung des Fächerspektrums hin zu den Geisteswissenschaften hält er für illusorisch. "Ich habe bisher bei keiner Landesregierung eine Bereitschaft dazu gespürt." Doch gerade in den schlanken Strukturen der aus vier Fakultäten bestehenden Uni sieht Ebeling einen Standortvorteil. In Zukunft komme es noch stärker auf Profilbildung an, sagte der Präsident, der mit seinem "Quo Vadis, Uni Ulm" betitelten Vortrag im gut besuchten Studio der Sparkasse Neue Mitte den Schlusspunkt unter die diesjährige Reihe "Wissen erleben - Uni in der Stadtmitte" setzte.

Als Alleinstellungsmerkmale sieht Ebeling die Batterieforschung, die Quantenphysik sowie die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen für Autos, im Bereich Medizin die Leukämie-, die Trauma- und die Alterungsforschung. Auf diesen Feldern müsse man sich in den nächsten Jahren stärker profilieren. Auch um den Ausbau englischsprachiger Studiengänge komme man nicht herum. Wichtig sei vor allem, mehr außeruniversitäre Forschung anzulocken, sagte Ebeling, der da zuversichtlich ist. Mit dem Helmholtz-Institut für Elektrochemische Energiespeicherung sei man erstmals direkt an den Fördertöpfen des Bundes dran - viereinhalb Millionen Euro fließen jährlich aus Berlin.

Physiker Ebeling, der in gewohnt launiger Manier durch den Vortrag führte, machte keinen Hehl daraus, dass er sich mehr Nachwuchs-Naturwissenschaftler wünscht. Es sei toll, dass so viele Studenten ein Wirtschaftsstudium beginnen. "Wir brauchen aber auch Leute, die machen. Wenn keiner da ist, der die Technik beherrscht, kann man auch mit Zahlen nichts anfangen." Dass die Kanzlerin ihr Ziel, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen erreicht, hält Ebeling übrigens für ausgemacht: "Wir müssen nur die Elektrofahrräder dazuzählen."