Mit Wohlklang und wohlgemeinten Worten begannen gestern die Wohlfühltage in Neu-Ulm, die die Aktionsgemeinschaft Win (Wir in Neu-Ulm) organisieren. Dazu waren die Zuschauerreihen im Edwin-Scharff-Haus gut gefüllt. Für den Wohlklang sorgte das städtische Jugendblasorchester Neu-Ulm, den zweiten Teil übernahm der Hirnforscher Manfred Spitzer.

Er ging der Frage nach: "Sich wohlfühlen - wie geht das?". Er zeigte auf, dass Wohlfühlen nicht in erster Linie mit Körperlichkeit zu tun hat, sondern dass das Gehirn dabei eine zentrale Rolle spielt. Nämlich wenn es um die positiven Empfindungen geht, die das Wohlfühlen ausmachen.

Es gibt im Hirn ein Glückszentrum, das anspringt, wenn "gerade etwas Tolles passiert, was Sie vorher noch nicht wissen - und das ist Lernen", sagte Spitzer. Wohlfühlen "ist also ein netter Nebeneffekt des Lernens". Die Krux des Glückszentrums ist es, dass es nicht dauerhaft an ist, sondern "dass wir versuchen müssen, lebenslang immer wieder glücklich zu sein". Solche Glücksmomente entstehen zum Beispiel - und das weist die Hirnforschung nach - durch körperliche Bewegung und durch soziale Kontakte. Spitzers Rezept insbesondere für ältere Menschen: "Schaffen Sie sich einen Enkel an oder engagieren Sie sich im Ehrenamt." Glücklich seien die Menschen, die das Gefühl haben, ihr Leben im Griff zu haben. Dazu gehöre auch die Fähigkeit zu Willenskraft und Selbstkontrolle.

Info "Wohl-Treff" heißt es heute auf dem Wochenmarkt am Petrusplatz; mehrere Restaurants bieten Sonderaktionen an. Am Sonntag gibt es mit "Wohl-Ergehen" Spaziergänge mit der Gelegenheit, Fotos zu machen: 11 bis 14 Uhr an der Donau beim Offenhausener Steg und 14 bis 17 Uhr im Glacis-Park. Programm der Aktionswoche: www.wohl-neu-ulm.de