Kommentar Gunter Czischs Schwörrede: Dritte war fast die beste

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Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Ulm / Chirin Kolb 24.07.2018
OB Gunter Czisch stellt den gesellschaftlichen Zusammenhalt ins Zentrum seiner Schwörrede. Es war seine bisher beste.

Es reicht schon, sich nur in Europa umzuschauen um den Eindruck zu bekommen, die Welt zerfällt in Stücke. Rechtspopulismus, Nationalismus, Egoismus prägen leider die politische Debatte. Solch schrillen Töne sind in Ulm (noch) nicht vernehmbar. Zumindest nicht laut. Das kann sich aber schnell ändern. Dass OB Gunter Czisch den Zusammenhalt in der (Stadt-)Gesellschaft in den Mittelpunkt seiner dritten Schwörrede gestellt hat, war ein deutliches, eindringliches Signal an die Ulmer Bürgerinnen und Bürger. Ein Appell an alle, an Junge und Alte, Reiche und Arme, Alteingesessene und neu Hinzugezogene, weiterhin ihren Beitrag für eine offene, tolerante, solidarische Stadt zu leisten.

Das bedeutet nicht, alle Unterschiede einzuebnen, Probleme klein zu reden oder Missstände zu leugnen. Nur ein Beispiel: Viel Beifall bekam Czisch, als er Gewalt, Pöbeleien und gedankenlose Müllentsorgung im öffentlichen Raum anprangerte. Dagegen will die Stadt vorgehen. Aber eben unaufgeregt und mit Augenmaß.

Was die Stadt und ihre Bürger für den Zusammenhalt Ulms tun können, deklinierte der OB in sechs Punkten durch. Er nannte Naheliegendes wie Bildung, Integration und Stadtentwicklung, aber auch eher abstrakt Anmutendes wie bürgerschaftliches Engagement und Digitalisierung. Reduziert aufs Wesentliche haben alle sechs „Handlungsfelder“, wie sie der OB nennt, Stringenz und Relevanz. Es war Gunter Czischs bisher beste Schwörrede.

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