Sportförderung Drei Millionen Euro für neue SSV-Duschen

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Harald John 17.11.2017
Nach heftiger Debatte über die Sporförderung hat der Rat die Sanierung des Baus an der Gänswiese einstimmig durchgewunken.

Einstimmig hat der Rat zugestimmt, das Dusch- und Umkleidegebäude an der Gänswiese für rund drei Millionen Euro neu zu bauen. Der bisherige Bau, der vom SSV 46 und SSV 46  Fußball genutzt wird, gilt als marode und soll in Kürze abgerissen werden. Im Erdgeschoss des 1380 Quadratmeter Neubaus werden Umkleiden sowie Räume für Schiedsrichter entstehen, dazu ein Schulungsraum und eine Schuhwaschanlage. Im ersten Stock sollen Geschäftsstellen, Büros und ein Physiotherapiebereich untergebracht werden. Mittelfristig plant der SSV 46 Fußball die Zertifizierung zum DFB-Nachwuchsleistungszentrum.

Keine Gleichbehandlung

Der Zustimmung war eine lebhafte, teilweise heftige Debatte im Rathaus vorausgegangen. FWG-Fraktionschef Reinhold Eichhorn kritisierte vor allem, dass die Räte einen zusätzlichen Zuschuss (die so genannte WLSB-Kompensation in Höhe von 530.000 Euro) genehmigt hätten, dies aber im Fall des „Sportopia“-Projektes der TSG Söflingen verweigert haben. „Wir verlassen hier die Grundlagen der Gleichbehandlung“, so Eichhorn. Er wolle keine Neiddebatte zwischen den Klubs, aber die Bevorzugung einiger Vereine müsse im Zuge der Haushaltsberatungen korrigiert werden. Das aber lehnte Sigrid Räkel-Rehner von den Grünen energisch ab. Das Sportopia-Projekt der TSG Söflingen sei nicht vergleichbar mit einem Großverein wie dem SSV 46 mit seinen knapp 10.000 Mitgliedern.

Richtlinien überdenken

Das grundsätzliche Problem, so FDP-Fraktionschef Erik Wischmann, seien vielmehr die neuen Sportförderrichtlinien, die die Stadt Anfang des Jahres formuliert hatte und die vom Gemeinderat beschlossen worden waren. „Wir müssen diese Richtlinien dringend neu beraten“, forderte Wischmann. Auch die Klausel, dass in einem Sozialraum wie der Oststadt nur alle fünf Jahre ein Großprojekt realisiert werden dürfe, müsse abgeschafft werden. Dem stimmte Martin Rivoir von der SPD zu. Der SSV-Neubau sei sicher „nicht der letzte“ in der Oststadt.

Für die Verwaltung sagte OB Gunter Czisch zu, über die Modifizierung der Förderrichtlinien nachzudenken. Das ging der FDP aber nicht weit genug. Erik Wischmann stellte den gesamten Stadtverband für Sport, der die Förderrichtlininen beraten hatte, in Frage: „Der Verband ist unfähig.“

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