Austausch Drachenbootfahrt und viele Diskussionen

Neu-Ulm / Von Henri Gallbronner 10.07.2018

Bereits drei Mal war Ena aus Bosnien-Herzegowina beim Internationalen Donaujugendcamp dabei, das heute um 18 Uhr auf der Bühne in Neu-Ulm sein Theaterstück „Untergang der MS Habsburg“ präsentieren wird. „Ich mag’s einfach und freue mich immer wieder, wenn ich eingeladen werde“, sagt die 21-Jährige.

Langweilig wird es ihr auch beim vierten Besuch nicht: „Das Programm ist jedes Mal anders“, erzählt sie. So waren die Jugendlichen in den Vorjahren zu Besuch in der Redaktion der SÜDWEST PRESSE und ließen sich im Wasserwerk Einblicke in die Ulmer Wasserversorgung geben. Die 22-jährige Anna aus Österreich ist das erste Mal dabei: „Ich war überrascht, wie viele Länder dabei sind“, schwärmt sie. Mit Ulm kam die Wienerin jetzt erst in Berührung: „Früher habe ich überhaupt nichts über Ulm gewusst: dass der höchste Kirchturm der Welt hier steht oder, dass Einstein von hier ist.“ Auch über weitere Länder habe sie in Gesprächen mit anderen Teilnehmern viel erfahren.

Auch Ana aus Serbien ist Jugendcamp-Neuling. Für das Theaterstück, das sich hauptsächlich um den Ersten Weltkrieg dreht, entwirft sie als Teil des Bühnenbild-Workshops Bilder der verschiedenen Schauplätze, aber auch Landesflaggen und Jahreszahlen gehören dazu. Während des Camps hat die 21-Jährige etliche Leute kennen gelernt: „Wir verbringen viel Zeit zusammen, das ist die Hauptsache“, meint sie.

Der Ukrainer Artjom bringt schon etwas mehr Erfahrung mit: Der 16-Jährige aus Odessa war zwar ebenfalls noch nie in Ulm, hat jedoch im rumänischen Temeswar bereits an einer anderen Jugendveranstaltung teilgenommen, die ebenfalls vom Team um Kulturreferentin Swantje Volkmann organisiert wurde.

Während man in Rumänien viel gereist ist, bleibt in Ulm mehr Zeit für das Rahmenprogramm, wie zum Beispiel das gemeinsame Drachenbootfahren auf der Donau. „Wir lassen uns auch nach den Workshops Zeit, setzen uns zusammen und spielen Hits“, sagt Artjom, der sich im Musikworkshop als Sänger und Pianist betätigt.

Perfekte Organisation

Milos, der im Workshop Politik und Gesellschaft mitmacht, lobt die Organisatoren des Jugendcamps: „Alles hier ist wirklich perfekt, die Stadt ist wunderbar“, sagt er: „Die Tutoren und das Personal sind sehr nett.“ Auch für seine Heimat wünscht er sich ähnliche Veranstaltungen: „Es wäre wirklich cool, wenn es so etwas auch in Serbien gäbe.“

Madalena aus der Republik Moldau haben es besonders die Diskussionen unter den Teilnehmern angetan. „Wir sprechen über Themen, die für uns interessant sind“, erzählt sie. So gehe es zum Beispiel darum, ob die EU um weitere Mitgliedsstaaten erweitert werden soll. Auch Ulm und das Donaufest gefallen ihr: „Die Stadt ist typisch deutsch“, sagt sie. „Auf dem Fest gibt es Bier, aber auch internationales Essen.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel