Kunst Doppel-Ausstellung in der Neu-Ulmer Landkreisgalerie

Eine Arbeit von Christian Greifendorf.
Eine Arbeit von Christian Greifendorf. © Foto: Otfried Käppeler
Oberfahlheim / Otfried Käppeler 07.12.2018

Die Assoziation eines Sternenhimmels liegt nahe, wenn sich kleine Lichtpunkte auf schwarzem Grund bewegen. Bei genauer Betrachtung muss man allerdings erkennen, dass die Lichtkästen von Hans Schork im Museum für bildende Kunst des Landkreises Neu-Ulm in Oberfahlheim für einen Sternenhimmel dann doch etwas zu dynamisch sind. Bewegten sich die Sterne so wie die Lichtpunkte auf den Objekten, ginge es im All recht turbulent zu.

Die sich langsam bewegenden Lichtpunkte wirken durchaus beruhigend, doch tragen sie auch etwas Flüchtiges, Unstetes in sich. Dabei laufen die unzähligen Punkte auf klar vorgegebenen Bahnen. Für den 1936 geborenen und in München lebenden Künstler sind diese Bahnen weniger Himmelsbewegungen als vielmehr Lebenswege. Die Lebenswege auf den Lichtkästen sind einmal sehr frei und offen, dann wieder dicht und streng konstruiert. Insgesamt zeigen sie ein fortlaufendes, verhalten effektvolles Zeichnen mit sich bewegenden Lichtquellen.

In einer zweiten Werkgruppe zeigt Hans Schork tatsächliche Lichtzeichnungen. Mit langer Belichtungszeit wird ein Foto vor einer Lichtquelle bewegt, was hell leuchtende, lineare Schleifen auf schwarzem Grund erzeugt. Dabei zielen die Zeichnungen, bei denen der Zufall eine große Rolle spielt, nicht so sehr auf den Effekt ab wie die Lichtkästen.

Ausgesonderte Karteikarten

Parallel zur Ausstellung von Hans Schork stellt im Kabinett des Landkreismuseums der Ulmer Künstler Christian Greifendorf seine „Kartei der anfassbaren Welt“ vor.

Auf ausgesonderten Karteikarten der Stadtbücherei Neu-Ulm hat er kleine farbige Zeichnungen geklebt. Die Motive sind mit Kastanien, Knoblauch, Schraube und Wäscheklammer einfach gehalten. In Kombination mit den Karteikarten, die als nüchterne Stellvertreter von komplexen Inhalten (in Büchern) stehen, erfahren die alltäglichen Gegenstände eine inhaltliche Erhöhung und die Collage als Ganze eine numinose Dimension. Als zweite inhaltliche Ebene spielen die Collagen auf die Digitalisierung aller Lebensbereiche an und führen vor, was dabei zu verschwinden droht.

Info Die Ausstellung läuft im Museum für bildende Kunst des Landkreises Neu-Ulm in Oberfahlheim bis 27. Januar: Di 16-20, Sa/So/Fei 13-17 Uhr.

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