Ulm / Magdi Aboul-Kheir  Uhr

Zu sagen, das in die Jahre gekommene Donaustadion habe seinen ganz eigenen Charme, kann man vor allem sagen, wenn man nicht weiß, was Charme bedeutet. Dieses Stadion stammt aus einer anderen Ära von Sportveranstaltungen.

Falls in Stuttgart tatsächlich ein millionenschweres, überregionales Förderprogramm für Sportstättenausbau aufgelegt wird, müssen sich die Ulmer bemerkbar machen. Ohne Landesmittel ist an eine umfassende Sanierung nicht zu denken. Und die ist notwendig, wenn das Publikum aus Ulm und Umland im Donaustadion hin und wieder Spitzensport sehen soll.

Die Stadtwerke und das Landratsamt haben sich außergerichtlich über die Kosten der Bergung der MS Donau geeinigt. Das Boot war im Januar 2017 in Schieflage geraten.

Visionen darf man haben

Spitzensport bieten die SSV-­Kicker nicht. Der Alltag heißt vierte Liga. Und angesichts der jüngeren Vereinsgeschichte der Fußballer – mit rekordverdächtigen drei Insolvenzen seit 2001 – klingt eine gewisse Zurückhaltung angenehm in den Ohren.

Doch Visionen müssen erlaubt sein. Denn zum einen wird mittlerweile solide gearbeitet. Zum anderen gilt heute: Wer keine Arena und entsprechende Sponsoren hat, kann nicht in den obersten Ligen mitspielen.

Die Fußballer müssen also zweierlei parallel tun: die Mannschaft entwickeln mit dem Ziel des Aufstiegs in die dritte Liga – und sich seriös und realitätsnah Gedanken über einen Arenen-Neubau machen. Dass diese modernen Fußball-Tempel auch nur wenig Charme versprühen, wäre zu verschmerzen.

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