Ein 32-jähriger Wohnsitzloser ist für den Wohnmobil-Diebstahl Ende August 2019 in der Blaubeurer Karlstraße verantwortlich. Die Polizei hat den dreisten Dieb nach monatelangen Ermittlungen dank DNA-Datenbank ausfindig gemacht.

Der Diebstahl vor gut vier Monaten war für eine Familie aus Mannheim ein regelrechter Schock: Die 46-jährige Mutter hatte mit einem ihrer Kinder nach einer Urlaubsreise auf dem Balkan bei ihren Eltern in Blaubeuren Pause gemacht, bevor sie heimfahren wollte. Sie ließ die meisten Dinge im Fahrzeug, nahm nur einen Korb mit in die Wohnung ihrer Eltern. Als sie nach ein paar Stunden zur Karlstraße zurückkam, war das Wohnmobil der Marke Dethlefs verschwunden. „Das ist unglaublich“, hatte damals der Vater gegenüber der SÜDWEST PRESSE erklärt: „Da fährt die Familie wochenlang kreuz und quer über den Balkan, und es passiert nichts. Dann sind sie in Blaubeuren, und prompt wird das Wohnmobil gestohlen.“

Dieb schon im Gefängnis

Etwa zehn Tage nach der Tat entdeckte die Polizei das Wohnmobil auf einem Parkplatz nahe Leipzig. Spezialisten der Landespolizei Sachsen untersuchten das Fahrzeug, sicherten DNA-Spuren, die sie an mehreren Stellen fanden. Anschließend wertete das Landeskriminalamt Baden-Württemberg diese Spuren aus und konnte sie einem 32-jährigen Wohnsitzlosen zuordnen. Ermittlungen ergaben, dass der Mann derzeit wegen eines anderen Delikts in einer Justizvollzugsanstalt in Sachsen einsitzt. Für die Familie bleibt der Vorfall höchst unerfreulich. Noch immer verschwunden sind die gestohlenen Wertgegenstände wie Laptop und Fotoapparat. Auch kann sie das Wohnmobil noch immer nicht wieder nutzen, weil Teile der Ausstattung kaputt sind. Immerhin zahlte eine Versicherung die Überführung von Leipzig nach Mannheim. Zunächst gab es die vage Hoffnung, den Übeltäter für den angerichteten Schaden belangen zu können. Nachdem es sich dabei aber um einen Wohnsitzlosen handelt, dürfte bei ihm allerdings kaum etwas zu holen sein.