Feuerwehr Ulm Die Sammlung der Fahrzeugfreunde ist weltweit einmalig

Die Fahrzeugfreunde der Feuerwehr Ulm kümmern sich um 24 Feuerwehr-Großfahrzeuge. Das älteste Exponat stammt aus den 1920er Jahren.
Die Fahrzeugfreunde der Feuerwehr Ulm kümmern sich um 24 Feuerwehr-Großfahrzeuge. Das älteste Exponat stammt aus den 1920er Jahren. © Foto: Amrei Groß
Ulm / Amrei Groß 07.08.2018
In einer Halle bei Jungingen versteckt sich ein Schatz: Die Fahrzeugfreunde der Feuerwehr Ulm haben zwei Dutzend historische Einsatzfahrzeuge restauriert. Alle sind einsatzbereit.

Wenn Ralf Hollerbach Besucher durch sein Reich führt, leuchten seine Augen. „Das ist unser Ding“, sagt er. „Das“ sind 24 Feuerwehr-Großfahrzeuge aus vergangenen Zeiten, allesamt liebevoll restauriert. Seit 1995 haben es sich die Fahrzeugfreunde der Feuerwehr Ulm zur Aufgabe gemacht, historisch wertvolle Einsatzfahrzeuge und Gerätschaften der Feuerwehr zu erhalten. 165 Mitglieder zählt der Verein; die meisten davon sind aktive oder ehemalige Feuerwehrleute. Ein harter Kern aus fünf bis zehn Männer kommt jeden Samstag zum Basteln und Schrauben zusammen.

Mehr als ein Museum

„Bei uns dreht sich fast alles um Fahrzeuge der Feuerwehr Ulm“, sagt Hollerbach. Ein Großteil der beeindruckenden Sammlung befindet sich nach wie vor im Eigentum der Stadt Ulm und ist dem Verein überlassen. Fast alle Fahrzeuge taten einst viele Jahre Dienst in der Feuerwehr Ulm. Dazu kommen einige Sonderfahrzeuge sowie verschiedenste Spritzen und Leitern.

Dicht an dicht drängen sich die Schätze in einer Halle im Gewerbegebiet bei Jungingen. Jedes Exponat ist sorgfältig beschildert. Ein klassisches Museum zur Geschichte der Feuerwehr wollen die Fahrzeugfreunde aber nicht sein: Berühren und anfassen sind ausdrücklich erlaubt. „Unser Ziel ist es, alle Fahrzeuge betriebsbereit der Nachwelt zu erhalten“, sagt Hollerbach. Und so stehen sie da, die historischen Zeugen vergangener Feuerwehrtage, blitzblank poliert, in hunderten Stunden Handarbeit restauriert – einsatzbereit bis heute.

Weltweit einmalige Sammlung

Die Sammlung der Fahrzeugfreunde ist einzigartig. Das älteste Fahrzeug markiert zugleich die Keimzelle des Vereins: Die sogenannte Kraftspritze KS20 war es, die Hollerbachs Vater Manfred anno 1995 dem Impuls zur Gründung gab: Gemeinsam mit einer Gruppe Gleichgesinnter setzte er damals das 1924 gebaute Löschfahrzeug in Stand.

Seite an Seite mit der KS20 steht die dazugehörige Kraftfahrdrehleiter, kurz KL26, aus dem Jahre 1927. In den Goldenen 20ern des vergangenen Jahrhunderts bildete sie gemeinsam mit der KS20 einen Löschzug. „Diese Kombination ist heute extrem selten“, sagt Hollerbach. Erst recht in diesem Zustand. Seinen Recherchen zufolge sind die Fahrzeugfreunde der Ulmer Feuerwehr weltweit die einzigen, die einen einsatzbereiten Löschzug aus dieser Zeit besitzen. Dazu kommen vollständige Löschzüge aus den 50er, 60er und 70er Jahren sowie Löschfahrzeuge aus den 30er und 40ern.

Wie anno dazumal

Bei allen Restaurationsarbeiten haben die Fahrzeugfreunde das historische Vorbild vor Augen. Alles wird so originalgetreu wie möglich gemacht. Keine leichte Aufgabe, denn für viele der hochbetagten Feuerwehrfahrzeuge sind längst keine Ersatzteile mehr verfügbar. „Teilweise müssen Teile eigens auf der Drehbank angefertigt werden“, sagt Hollerbach.

Manches, was einst gang und gäbe war, ist heute undenkbar: Etwa die Beschriftung von Fahrzeugen mit Blattgold. Für die KS20, die derzeit auf Vordermann gebracht wird, will der Verein deshalb tief in die Tasche greifen: „Sie wird beschriftet wie im Original“, sagt Hollerbach. Im kommenden Jahr soll das Projekt abgeschlossen sein.

Kinderfest mit Oldtimerhock

Veranstaltung Wer die Sammlung der Fahrzeugfreunde der Feuerwehr Ulm live erleben möchte, hat am Samstag, 25. August, die Gelegenheit dazu: Von 10 bis 17 Uhr lädt der Verein an diesem Tag zum Kinderfest mit Oldtimerhock in den Hörvelsinger Weg 12 ein. Alle kleinen Besuchen erwarten neben vielen Feuerwehrautos zum Anfassen und Probesitzen unter anderem ein Kinderkarussel, eine Hüpfburg, eine Rollenrutsche und tolle Mitmach-Aktionen. Highlight ist ein Radlader des Technischen Hilfswerks, mit dem sich die Gäste im Reifenstapeln per Fernbedienung versuchen dürfen. Außerdem ist der ASB mit einem Rettungswagen vor Ort. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

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