Ulm Die Ulmer Willkommenstüte

Ulm / Harald John 10.12.2016

Schade, der grüne Zettel mit dem Siegel der Stadt Ulm und dem Saugnäpfchen für die Windschutzscheibe steckte nicht in der Tüte. Dieser Zettel berechtigt zum knöllchenfreien Anwohnerparken, ist aber nur mit drei Genehmigungen, zwei amtlichen Dokumenten und einem Beitrag von 30 bis 60 Euro erhältlich.

Andererseits war die Tüte mit dem stilisierten Münsterturm gut gefüllt. Sie ist für Menschen wie uns gedacht, die sich offiziell anmelden. Als Neu Ulmer und aus doppelstädtischer Perspektive auch als Neu Neu-Ulmer. Hauptsache neu. Neben der Empfehlung für eine renommierte Bank, deren Kunden wir schon lange sind, bekamen wir Gutscheine für Tiergarten, Museen  sowie Bus & Bahn, letzterer nicht an Gratis-Adventssamstagen einzulösen. Leider haben wir besonders als Autofahrer den einen oder anderen Gutschein vermisst: Eine Freikarte fürs Falschparken etwa oder eine Blitzer-Karte.

Auch als leidenschaftliche Radfahrer hat uns die Tüte nicht aus dem Sattel gehauen, da wäre doch zumindest eine Sattel-Schutzhülle mit dem Logo „Ulm ist gut drauf“ drin gewesen. Immerhin fühlen wir uns als Fußgänger willkommen, denn Ulm begegnet uns dank der Tüte auf Schritt und Tritt.

Richtig wert(stoff)voll fanden wir dagegen den detaillierten Leerungsplaner für schwarze, braune, gelbe und blaue Tonnen nebst graphischer Übersicht aller Wertstoffhöfe in der Stadt. Wobei die schnelle Installation der App „My Müll.de – jetzt klappts auch mit dem Müllmann“ umständliches Nachblättern spart. Denn das Handy meldet pünktlich am Vorabend: Mülleimer rausstellen – Tonnerwetter, tolle Sache! Harald John