Resozialisierung Die Straffälligenhilfe ist mehr denn je auf Spenden angewiesen

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Ulm / Rudi Kübler 28.06.2017
Die Bewährungs- und Straffälligenhilfe erfüllt eine wichtige Funktion, aber das Geld fehlt. „Wir brauchen dringend Spenden“, sagt der Vorsitzende Stefan Adamski.

Sie prägten jahrzehntelang den Verein – jeder auf seine Art und auf unterschiedlichen Positionen. Am Dienstag hat Stefan Adamski in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Bewährungs- und Straffälligenhilfe Ulm zum einem seinen Vorgänger Gerd Gugenhan, zum anderen Sozialarbeiter Magnus Bopp verabschiedet. Bopp, ein Urgestein in der Betreuung von entlassenen Straftätern, geht in den Ruhestand. Gugenhan wird als Vorsitzender Richter am Landgericht der Justiz bis Mitte 2019 erhalten bleiben – was die Gauner sicherlich nicht gerne hören. Aber er wird künftig nur noch einfaches Mitglied der Bewährungs- und Straffälligenhilfe sein. Nach elf Jahren als Vorsitzender – den Posten hatte er bereits 2016 abgegeben – und insgesamt 26 Jahren im Vorstand sah er die „Zeit für einen Generationswechsel“ gekommen.

Gugenhan habe seine Arbeit für den Verein immer „mit viel Engagement und Herzblut“ gemacht, er baue auch weiterhin auf dessen Kenntnisse, sagte der Oberstaatsanwalt und überreichte seinem Vorgänger einen Gutschein für dessen Lieblingscafé in der Platzgasse. Seinen Vorstandsposten nimmt Alexander Spengler ein; der Richter am Amtsgericht wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig gewählt.

Verein benötigt Spenden

Was dem Verein zu schaffen macht, sind die Finanzen. Spenden und Geldbußen aus Straftaten seien kontinuierlich rückläufig, und davon lebe die Bewährungs- und Straffälligenhilfe primär, so der Vorsitzende. Die laufenden Kosten zu stemmen – der Verein betreibt in Ulm (Zinglerstraße) und in Göppingen jeweils ein Haus für ehemalige Straftäter und beschäftigt sieben Sozialarbeiter – falle immer schwerer. „Wir sind auf die Spenden der Bürger und örtlicher Unternehmen angewiesen“, sagte Adamski, wohlwissend, dass die Unterstützung von entlassenen Tätern keine große Popularität in der Bevölkerung genießt.

Dass der Verein aber eine wichtige gesellschaftliche Funktion erfüllt, zeigt der Film „Damit Zukunft eine Perspektive hat“. In dem informativen Streifen stellt der Verein, der seit 1954 aktiv ist, seine Arbeit vor. Eine Arbeit, die das Ziel hat, eine Unterstützung für die erste Phase nach der Entlassung zu geben, damit die Resozialisierung, der Neustart ins Leben, gelingt.

Info Der Film ist auf der Homepage unter www.bwhulm.de zu sehen unter dem Titel „Der Verein stellt sich vor“.