Neu-Ulm / BEATE STORZ Der Verein Verborgene Engel sucht Menschen, die im Stillen Gutes tun, und ehrt diese. In Neu-Ulm wurden 15 Frauen und Männer ausgezeichnet.

Der Mann ist amtsbekannt - aber nicht öffentlichkeitswirksam. Denn Vögel können nicht reden. Das Amt hat sozusagen gepetzt. Nur dadurch wurde der Verein Verborgene Engel auf Hans Frölich aufmerksam und konnte ihn für das ehren, was er unter Ausschluss der Öffentlichkeit nur für Vögel tut. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, solche "verborgenen Engel" zu ehren - Menschen, die sich ehrenamtlich betätigen, aber ihr Gutsein nicht bekannt machen. "Auch sie sollen zu Ehren kommen, gerade ihre Arbeit soll gewürdigt werden", meinte die Vorsitzende Waltraud Oßwald nun bei der Ehrung in Neu-Ulm.

Hans Frölich baut Nisthilfen für bedrohte Vogelarten wie Ufer- oder Flussseeschwalben. Sein Revier sind die Burlafinger Seenplatte, die Biotope bei Ludwigsfeld und Gerlenhofen, auch andere stille Orte sind seine Domäne. Natürlich darf der Bernstadter Rentner nicht einfach so Nisthilfen aufstellen, er muss sie sich vom Landratsamt genehmigen lassen. Deshalb ist er amtsbekannt, und via Amt wurden die Verborgenen Engel auf ihn aufmerksam.

Frölich geht die Vogelheimatpflege wissenschaftlich an: Er kennt die Bedingungen, unter denen die Tiere leben, und stellt sich und seine Nistplätze darauf ein. "Durch die zunehmende Urbanisierung fallen immer mehr natürliche Nistplätze weg. Ich helfe also der Natur ein wenig nach", sagte er.

Doch nicht nur er wurde geehrt. Auch elf Frauen vom Second-Hand-Laden "Katze" an der Gartenstraße kamen in den Genuss einer Urkunde und einer Münzsammlung. Sie engagieren sich seit 30 Jahren ehrenamtlich, um Familien in Not zu helfen. Was macht das Frauen-Team nun mit seinem Schatz? Sabine Schmidt: "Jede von uns darf die Sammlung eine Zeitlang mit nach Hause nehmen, damit unsere Männer auch mal sehen, dass unsere Arbeit etwas wert ist." Die meisten der Damen sind von Anfang an dabei und heute über 70 Jahre alt. "Den ganzen Tag im Laden stehen, das geht gewaltig in die Füße", berichtete Hildegard Sailer. "Wir suchen Nachwuchs. Mittwochs ist unser Laden den ganzen Tag geöffnet, in zwei Schichten."

Das dritte Projekt, dessen Macher ausgezeichnet wurden, hat seinen Sitz im Vorfeld. Renate und Günther Mader sowie Marion Irmer engagieren sich im Stadtteil, haben das Frauenfrühstück initiiert. Sie sind Mitbegründer der freien Familieninitiative, haben die Tradition des Maibaumaufstellens eingeführt und sind auch sonst rund um das Wohl des Vorfelds besorgt. Auch sie freuen sich über eine Urkunde und eine Münzsammlung. Aber erwartet haben die drei Frauen eine solche Auszeichnung wirklich nicht. Irmer: "Es ist toll, geehrt zu werden. Aber das, was wir machen, ist doch selbstverständlich."