Ein freundlicher Gastraum mit Balkontüren, denn draußen wird auch bewirtet - hin zum Rasenspielfeld und gen Westen vor dem Kinderspielplatz. Eine moderne Theke, eine Küche für kleine Gerichte, eine Dusche für den "Schiri" und neue Toiletten für die Gäste. Der Anbau ist in Nietentechnik blau verkleidet, die Fassade in den Vereinsfarben Weiß und Blau gestrichen. Modern, schick und dennoch zweckmäßig steht das frisch renovierte Sportheim - Baujahr 1968 - des Radsportvereins (RSV) Ermingen jetzt da.

Das Dach war noch intakt, war es doch schon vor sechs Jahren für die Photovoltaikanlage präpariert worden, die seitdem Sonnenstrom produziert. Ende dieses Jahres wird sich die Anlage amortisiert haben, so dass der RSV künftig die bis zu 10 000 Euro, die der Stromverkauf pro Jahr einbringt, anderweitig nutzen kann. So soll damit zunächst das Darlehen abgezahlt werden, das für die Sportheimrenovierung aufgenommen wurde.

Die Finanzierung im Detail: 300 000 Euro plus 60 000 Euro für die Inneneinrichtung hat das Projekt gekostet, sagt Herbert Tress, einer der fünf neuen Vorsitzenden (siehe Infokasten). Nicht mitberechnet sind die Kosten, die der Planer und Bauleiter, die Firma Immobilien Bau Wolfgang Eberhardt, sowie diverse Handwerksbetriebe wie Elektriker bereits übernommen haben. Zieht man noch die Zuschüsse der Stadt Ulm und des Württembergischen Landessportbundes ab, bleiben dem Verein noch etwa 180 000 Euro, die er selbst stemmen muss. Der RSV habe etwas angespart und das Darlehen werde eben aus dem Erlös der Photovoltaikanlage getilgt, sagt Finanzvorsitzende Heidi Freudenmann. "Die Vereinskasse wird nicht belastet."

Anders als in Eggingen wird die Sportgaststätte nicht verpachtet, sondern die Fußballer, Schützen, Gymnastik-Fans, Tischtennis-, Tennis- und Theaterspieler übernehmen abwechselnd den Dienst hinter der Theke - wenn trainiert wird und wenn Heimspiele der Fußballer stattfinden, die derzeit in der Kreisliga A kicken. Außerdem kann der Raum von Privatleuten etwa für Hochzeitsfeiern gemietet werden. Bis zu 100 Gäste haben dort Platz.

Vorausschauend hat der RSV auch schon länger eine Solaranlage installiert - damit die Sportler nicht kalt duschen müssen. Und über ein Zisternensystem werden die Rasenflächen mit Regenwasser gesprengt.