Hundeschau Die Schönsten im ganzen Land - Zuchtschau der Schäferhunde

Miriam Baitinger 04.09.2017
Züchter aus der ganzen Welt haben vier Tage lang ihre Schäferhunde im Donaustadion präsentiert. Die Klagen der Anwohner hielten sich in Grenzen.

Balu, hey“ und „Dack, hier“. Schrille Pfiffe, lautes Tröten, Quietschbälle, dazu jede Menge Befehle und Zurufe. Mit diesen Tricks versuchten Frauchen und Herrchen, ihre Schäferhunde zu einem anmutigen Lauf zu motivieren. Mit erhobenem Kopf, trabendem Schritt und gespitzten Ohren hielten die Tiere Ausschau. Der gewünschte Nebeneffekt: Der Hund präsentierte sich in schönster Show-Manier.

Im und rund um das Donau­stadion ging es am Wochenende tierisch wild zu. 1666 Schäferhunde der Edelklasse wurden bei der Bundessieger-Zuchtschau des Vereins für Deutsche Schäferhunde von ihren Besitzern präsentiert. Diese waren aus Korea, Pakistan, den USA und vielen anderen Ländern nach Ulm gereist. Am Donnerstag und Freitag wurden die Tiere bei der Standmusterung vermessen und einer Schutzhundeprüfung unterzogen (wir berichteten). Am Samstag und Sonntag folgten die Show-Läufe,  die so genannten Gangwerksproben.

In kleinen Gruppen – nach Rasse, Alter und Geschlecht eingeteilt – wurden die Hunde den Zuchtrichtern präsentiert. Um die Gangart zu beurteilen, mussten die Tiere zuerst einen schnellen Lauf an der Leine absolvieren, dann einen ohne.

Für die Platzierung der Vierbeiner sind viele Kriterien entscheidend, erklärte Toni Strelow vom Presseteam des Vereins: Bewegt sich der Hund kraftvoll? Ist sein Trab-Schritt weit genug? Und: In welcher Manier und Position präsentiert sich der Schäferhund? Daneben zählen vor allem optische Merkmale wie ein gerader Rücken, Pigmentierung des Fells oder Stellung der Gliedmaßen.

„100 Prozent deutsch“

Auf was es ankommt, wusste auch Julie Martine nur zu gut. Sie kam aus den USA, wo sie seit 29 Jahren Schäferhunde züchtet. Und zwar „nur 100 Prozent deutsch“, wie sie betonte. Momentan hat sie mehr als 50 Hunde in ihrer Zuchtstation nördlich von Chicago, davon sind derzeit zwölf zur Ausbildung und für Shows in Deutschland. Für die Zuchtschau in Ulm hat sie ihre junge Hündin Bing mitgebracht, die die Anreise nicht gestresst hat. „Bing ist besser im Fliegen als ich,“ meinte die Züchterin lachend.

Unter den Teilnehmern war auch der Langhaar-Rüde Barton. Seine Besitzer, das Ehepaar Witomski aus Stuttgart, waren schon oft bei den Zuchtschauen. „Wenn man regelmäßig auf diese Veranstaltungen geht, trifft man immer die selben Leute. Wir kennen hier die meisten“, sagte Margot Witomski. Und Barton? „Wir haben heute nicht seinen besten Tag erwischt“, bedauerte sie.

Ganz im Gegensatz zu Garin vom Hasenborn, ein Rüde, der von Katharina Oster geführt wurde. Er erhielt in der Kategorie „Langhaar Gebrauchsklasse“ eine besondere Auszeichnung und durfte nochmal eine Ehrenrunde laufen.

Probleme mit Hundegebell

„Ja, es gab Probleme mit Hundegebell“, sagte Arnd Brändle von der Landesgruppe des Schäferhunde-Vereins, der während des Wochenendes das Bürgertelefon für Anwohner betreute. Obwohl der Wohnwagenparkplatz nordwestlich vom Stadion nachts gesperrt war, hatten sich laut Brändle einige Teilnehmer unerlaubterweise mit Hundeanhängern Zugang verschafft.

Einen Anruf gab es wegen liegengebliebenen Hunde-Kot. Der Reinigungsdienst sei daraufhin sofort zur Stelle gerufen worden. In und ums Stadion sowie in der Friedrichsau sei alles sauber und in Ordnung gewesen. Das bestätigte Marianne Wetzel, Sportbeauftragte des Vereins und für die Kooperation mit den Reinigungsfirmen zuständig.

Trotz des durchwachsenen Wetters haben 13.000 Menschen die Zuchtschau der Schäferhunde besucht. Damit sind die Veranstalter zufrieden.

Lorbeerkränze für die Gewinner

Auszeichnungen Gary vom Hühnegrab kam in der Kategorie Stockhaar-Rüden auf Platz eins. Bei den Stockhaar-Hündinnen lag Damina vom Fichtenschlag vorn. Bei den Langstockhaar-Rüden siegte Bellamie vom Praester-Land, dessen Besitzer aus Ägypten stammt, und bei den Hündinnen Apachi vom Sandstein. Die Siegerhunde bekamen vergoldete Lorbeerkränze umgelegt, dazu gab es jeweils einen silbernen, rund einen Meter hohen Pokal.