Ulm Die McDonald's-Burg in der Ulmer Bahnhofstraße

Auf der Basis mittlerweile bekannter Maße: Simulationen, die diese Ausmaße des McDonald's-Interims darstellen, kursieren im Handel.
Auf der Basis mittlerweile bekannter Maße: Simulationen, die diese Ausmaße des McDonald's-Interims darstellen, kursieren im Handel. © Foto: Lars Schwerdtfeger/SWP-Montage
FRANK KÖNIG, HANS-ULI THIERER 13.02.2013
Diskussionen im städtischen Handel, die heißer sind als ein frisch gebratener Hamburger: Wegen des Sedelhöfe-Neubaus benötigt McDonald's ein Provisorium. Es wird mitten in der Bahnhofstraße platziert. Der Handel befürchtet eine Engstelle wegen des neuen Meter breiten Containers.

Spötter zerreißen sich bereits das Maul, sprechen in Anlehnung an die Produkte der weltgrößten Imbiss-Kette von der „McDonald’s-Burg“. Im Ulmer Einzelhandel kursieren auf der Basis der in eingeweihten Kreise bekannten Ausmaße des Restaurant-Containers erste Skizzen, wie das Provisorium aussehen könnte, das die Stadt Ulm wegen des Einkaufszentrums Sedelhöfe für McDonald’s in der Fußgängerzone schaffen muss. Es wird auch uns vorliegenden Planskizzen zufolge etwa 9 Meter breit, 23 Meter lang und gut 5,50 Meter hoch.

Noch residiert die Hamburger-Kette mit ihrem Ulmer Restaurant am Eingang zur Bahnhofstraße, unmittelbar am Ende der Bahnhofsunterführung. Für diese Lage hat McDonald’s einen Mietvertrag bis zum Jahr 2026. Das Gebäude aber muss wegen der Sedelhöfe-Projektes weichen. Die Stadt hat die Immobilie deswegen gekauft. Sie hat damit aber das Problem an der Backe, dem Mieter McDonald’s langfristig adäquate Ersatzflächen im Sedelhöfe-Center beschaffen zu müssen. Das kurzfristige Problem, das zu lösen ist und hinter den Kulissen des Einzelhandels in der Bahnhofsstraße Aufregung verursacht: Wohin mit der Burger-Kette während der zweieinhalb- bis dreijährigen Bau- und Einrichtungsphase für die Sedelhöfe bis 2016?

Wie Alexander Wetzig dieser Tage sagte, stehe man mit McDonald’s kurz vor dem Abschluss vertraglicher Regelungen. Der Ulmer Baubürgermeister sprach dabei von einem von der Frequenz her vergleichbaren Platz, der für die Übergangszeit gefunden werden müsse. Dieser Standort befindet sich nun mitten in der Bahnhofstraße, und zwar auf Höhe der Galeria Kaufhof und des Bekleidungshauses Peek & Cloppenburg. In beiden Häusern hält sich die Begeisterung über den potenziellen neuen Nachbarn in Grenzen.

Von beiden Häusern war zunächst zwar keine Stellungnahme zu erhalten. In Einzelhandelskreisen wird jedoch befürchtet, dass die McDonald’s-Container die Bahnhofstraße quasi abriegeln, weil links und rechts nur noch verengte Laufwege für das Einkaufspublikum blieben. Der Restaurant-Container sei wie ein „Korken in der Flasche“, sagte ein Kenner der Materie. Der provisorische Bau werde in Zukunft den Anfang und das Ende der 1a-Lage markieren, sprich: Wer als Stadtbummler aus Richtung Münster komme, mache spätestens am Container wieder kehrt und gehe nicht weiter bis in Richtung Bahnhof. „Das kann an der Stelle schon eng werden, die Leute werden sich anders orientieren“, heißt es dazu. Im Handel in der Bahnhofstraße gebe es eine regelrechte Angst vor der Engstelle.

Die Meinungen gehen auch dahin, das zweistöckige Container-Restaurant wäre viel besser am Berblinger-Brunnen aufgehoben: „Da ist auch die bessere Frequenz.“ Außerdem gebe es mehr Platz. Der Brunnen müsse für die Zeit des Provisoriums jedoch stillgelegt und mit den Containern überbaut werden.

An der Engstelle in der Bahnhofstraße komme erschwerend hinzu, dass die Eingänge zu McDonald’s seitlich liegen. Es stelle sich zudem die Frage, wie die Probleme Abfall und Sanitär gelöst seien. In den Bauplänen für die Container seien nur zwei kleine Toiletten im Obergeschoss eingezeichnet. Somit sei fraglich, ob die sanitären Anlagen ausreichend dimensioniert seien oder die Nachbarn „büßen“ müssten: Bei der Galeria gibt es oben ebenfalls ein Restaurant mit Toiletten. In diesem Fall würden die Probleme von McDonald’s auf alle abgewälzt.

Zumindest für die Abluft scheint eine saubere Lösung gefunden zu sein. Oben auf den Containern wird demnach nochmal eine professionelle Abluftanlage installiert.

Wetzig hat dem Handel offenbar signalisiert, dass es zu dem Container-Standort keine Alternative gibt. Im Handel heißt es, die Stadt stehe als Vermieterin von McDonald’s unter „enormem Druck“, ein passendes Übergangsquartier zu bieten.