Die Kampfbahn Rote Erde und die Hoeneß-Metzgerei

SWP 11.02.2013

Die Kampfbahn Rote Erde ist allgemein als früheres Stadion von Borussia Dortmund bekannt. Doch auch Ulm hatte eine solche, und zwar in der Wilhelmsfeste hinter der Wilhelmsburg. Jugendliche hatten dafür 1948 mit Erlaubnis der US-Army Schuttberge abgetragen und nannten sich dann "Kickers Wilhelmsburg". Dann diente die Fläche auf dem Exerzierplatz, dessen Boden aus rotem Kies bestand, als Fußballplatz für den 1949 in der Wilhelmsburg gegründeten VfB Schwarz-Rot Ulm.

Der Spielbetrieb dauerte an, als die Bewohner die Burg 1952/53 räumen mussten und dann ein Durchgangslager für DDR-Flüchtlinge daraus wurde. Am Eselsberg, wohin der Verein umgezogen war, gab es für den VfB nämlich zunächst noch keine taugliche Sportstätte. So kam es bei sonntäglichen Heimspielen zum Pilgerweg der Fans vom Eselsberg zur Wilhelmsburg, wie der Vereinschronik zu entnehmen ist.

Der VfB Ulm residiert längst am Weinbergweg. Die berühmtesten Fußballer, die er hervorgebracht hat, sind Uli und Dieter Hoeneß. Deren Eltern hatten ihre erste Metzgerei nach dem Krieg ebenfalls in der Wilhelmsburg, im Wirtschaftsgebäude, bevor sie an den Eselsberg umzogen.