Pflanzen Die Hingucker im Frühling

Annika Schleithoff 17.04.2018

Der Frühling ist nun endlich da, es wird wieder wärmer, die Vögel zwitschern, und es grünt und blüht überall. Das merkt man auch im Botanischen Garten der Universität Ulm, wo man von den strahlenden Farben der Frühblüher empfangen wird. Zusammen mit Peter Zindl, dem technischen Leiter des Botanischen Gartens, haben wir uns auf den Weg zu einigen seiner Frühjahrs-Highlights gemacht. „Jetzt ist die optimale Zeit, um rauszugehen und die schönsten Frühjahrsblumen zu entdecken“, sagt Peter Zindl.

Biergarten, Picknick und Lernen in der Natur

Öffnungszeiten Wer die 90 Höhenmeter bis zum oberen Ende des Botanischen Gartens überwunden hat, kann den Blick – bei einem kühlen Getränk im Biergarten – schweifen lassen. Der Biergarten hat wochentags ab 10 Uhr, am Wochenende ab 11 Uhr geöffnet und schließt abhängig vom Wetter. Wer lieber picknicken möchte, kann dies in kleinem Rahmen auf den gemähten Rasenflächen tun, solange der Platz wieder sauber und aufgeräumt verlassen wird. Das Freigelände des Botanischen Gartens ist täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt in die Gewächshäuser, die dienstags und donnerstags von 13 bis 15 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr (feiertags geschlossen) geöffnet sind, beträgt 2 Euro. Im Botanischen Garten ist das Fahrrad fahren und mitbringen von Hunden nicht gestattet.

Veranstaltungen Der Förderverein „Freunde des Botanischen Gartens“ organisiert über das Jahr verteilt verschiedene Kurse, Vorträge und Führungen. Einen Schwerpunkt bildet in diesem Jahr das Thema Arzneipflanzen. Im Rahmen der deutschlandweiten „Woche der Botanischen Gärten“, die mit dem Sommerfest am 17. Juni endet, werden gesonderte Veranstaltungen angeboten.

Adonis vernalis – Frühlings-Adonisröschen Das strahlende Gelb der kleinen Pflanze sieht man schon von Weitem. Sie gehört zu den giftigen Hahnenfußgewächsen und wächst im Apothekergarten. Bis das Adonisröschen im Frühling für wenige Wochen diese Pracht entfalten kann, dauert es mehr als fünf Jahre. Der Sage nach entstand die Blüte des Adonisröschens aus dem Blut Adonis’, dem Liebhaber der griechischen Göttin Aphrodite, die zarten Blätter entstanden aus ihren Tränen.

Daphne mezereum – gewöhnlicher Seidelbast Nur ein paar Schritte weiter findet man den gewöhnlichen Seidelbast. Der giftige Strauch ist allerdings alles andere als gewöhnlich. Die leuchtend violetten Blüten, die man noch etwa zwei Wochen bestaunen kann, wachsen direkt aus dem Stamm. Diese Cauliflorie (Stammblütigkeit) findet man in den Tropen sehr häufig. Dort gibt es neben dem Kakaobaum viele weitere Beispiele für dieses Phänomen. Hierzulande ist der Seidelbast damit einzigartig.

Japanische Blütenkirsche „Accolade“ Die Kirschblüte, die jetzt beginnt, führt uns weiter zum Tagliliengarten. Dort stehen gleich mehrere Bäume, die mit ihren kleinen rosa Blüten förmlich in der Landschaft leuchten. Die frühe Sorte „Accolade“, eine japanische Blütenkirsche, blüht etwas länger als die natürlichen Wildarten, die weniger Blütenblätter besitzen. „Jetzt ist die perfekte Zeit, um sich die Kirschblüte anzusehen“, sagt Peter Zindl. Die Kirsche gehört übrigens, wie der Apfel, zu den Rosengewächsen.

Anemone nemorosa – Buschwindröschen Auch wenn der Wald noch kahl und winterlich wirkt, auf dem Waldboden hat sich schon einiges getan. Ein Meer aus weißen Blüten der Buschwindröschen wirkt wie ein natürlicher Teppich. Sobald sich der Boden im Frühjahr erwärmt, beginnen Geophyten (Erdpflanzen) wie das Buschwindröschen zu sprießen. Der noch lichtdurchflutete Wald bietet dem Unterwuchs genug Sonnenlicht für die Photosynthese. Wenn die Bäume in etwa zwei Wochen ihr Blattwerk ausbilden, verblüht die bunte Pracht am Waldboden.

Magnolia stellata – Sternmagnolie Jeder kennt diesen Baum, der vielerorts Gärten und Straßen säumt. Besonders die aus Japan stammenden Sternmagnolien sind zur Zeit hübsch anzusehen. Die empfindlichen weißen Blüten der Magnolia stellata blühen sehr früh und bei gutem Wetter auch noch etwa zwei Wochen lang. Mit ihren zarten länglichen Blütenblättern sieht diese Magnoliensorte sehr zerbrechlich und schön aus. Das findet auch Peter Zindl, der das offene und lebendige Erscheinungsbild der Sternmagnolie den typischen Tulpenmagnolien vorzieht.

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