Im Ulmer Food-Court „Die Halle“ hängt der Haussegen schief. Die beiden Betreiber Feben Eyob und Dimitrios Katranis haben sich überworfen. Im neuen Jahr macht Katranis alleine weiter. Neben dem Boden und der Beleuchtung möchte der Gastronom (Abuelita's) auch zwei Essensanbieter austauschen: „Die Köfterei“ muss gehen, und auch für Eyobs ostafrikanischen Stand „Eri Soul“ ist 2020 Schluss. Matroschka und Asia Van sollen bleiben. Wer nachrückt, will Katranis noch nicht preisgeben. „Ich führe derzeit noch Gespräche“, sagt er. Der Charakter der Halle solle in jedem Fall erhalten werden.

Erst im Oktober des vergangenen Jahres hatten die Geschäftspartner Eyob und Katranis die als „Ulmer Markthalle“ bekannte Location im Heigeleshof übernommen und sie nach größerem Umbau im Dezember eröffnet. Das Konzept mit verschiedenen Essensständen fand Anklang, „Die Halle“ konnte sich in den Folgemonaten im Wengenviertel etablieren. Doch hinter den Kulissen kriselte es, wie Katranis erzählt: „Wir hatten unterschiedliche Meinungen, wie sich die Halle weiterentwickeln soll. Im Sommer wollte ich als Mitbetreiber deshalb zunächst aussteigen.“

Food-Halle in Ulm: Noch-Mitbetreiberin ist enttäuscht

Daraufhin kam es zum Gespräch zwischen Katranis, Eyob und dem Vermieter Björn Semjan. Während Eyob bis heute betont, dass sie dabei eine mündliche Zusage erhalten habe, die Halle im neuen Jahr mit ihrer Standpartnerin weiterzuführen, sagt Semjan: „Eine eindeutige Zusage hat es nicht gegeben.“ Der Ulmer IT-Unternehmer habe sich nach der Unterhaltung vielmehr dazu entschieden, auf beide Parteien separat zuzugehen und sie um ein Konzept fürs neue Jahr zu bitten.

Er habe beiden Gastronomen im Hinblick auf den zum Jahresende auslaufenden Mietvertrag die Gelegenheit bieten wollen, ihre Visionen zu präsentieren. „Die Chance, die Halle alleine weiterzuführen hat mich dazu bewogen, eine Idee auszuarbeiten und sie bei Semjan einzureichen“, sagt Katranis.

Im neuen Jahr soll es in der Ulmer Food-Halle einige Änderungen geben.
© Foto: Luca Schmidt

„Nach langer Überlegung“ habe sich Semjan schließlich für Katranis‘ Konzept entschieden, erzählt der Vermieter. Als er Eyob seinen Beschluss am vergangenen Samstag mitteilte, war die junge Frau schockiert. „Ich dachte, ich höre nicht recht“, sagt sie. Semjans Vorgehen enttäusche sie ebenso wie das Verhalten ihres Geschäftspartners: „Er hat das Konzept hinter meinem Rücken eingereicht. Bis zuletzt wusste ich nichts von seinen Ambitionen.“

Die Halle in Ulm: Verändertes Konzept ab Januar

Diesen Frust kann Katranis nachvollziehen. Dennoch müsse er als Selbstständiger seine Interessen wahren. „Als alleiniger Betreiber habe ich nun Handlungsfreiheit und kann die Halle nach meinen Vorstellungen weiterentwickeln“, sagt Katranis. Neben den Umbaumaßnahmen und den neuen Ständen möchte er „das Bestellsystem professionalisieren“ und „mehr Struktur in den Hallenalltag bringen“. Um diese Änderungen umzusetzen, will Katranis die Halle in der ersten Januarwoche schließen.

Der Mietvertrag läuft bis Ende 2022. Danach soll die Food-Halle im Heigeleshof voraussichtlich einem Bürogebäude weichen.

Dieser Artikel ist in Kooperation mit cityStories Ulm entstanden.

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