Gemeinschaft Die Diakoniestiftung Ulm wird 10 Jahre alt

Gabriele Wulz freut sich über die Entwicklung.
Gabriele Wulz freut sich über die Entwicklung. © Foto: Gustav-Adolf-Werk
Ulm / Sarah Pirker 12.10.2018

Kirche ist mehr als das Gebäude: Diakonie, der Dienst am Menschen, dafür steht sie auch“, sagt Prälatin Gabriele Wulz, Vorsitzende des Kuratoriums Diakoniestiftung Ulm, auf der Pressekonferenz zum zehnjährigen Bestehen der Stiftung.

In drei Wochen, am 31. Oktober, ist der eigentliche Geburtstag, den die Diakoniestiftung Ulm im Rahmen der Reformationsfeier im Münster begehen wird. Mit Musik des Posaunenchors Ulm, dem Motettenchor der Münsterkantorei und Festprediger Heinz Gerstlauer, dem ehemaligem Leiter der evangelischen Gesellschaft Stuttgart. „Ein Basispraktiker, Streetworker, profilierter Theologe und begnadeter Redner“, umreißt Dekan Ernst-Wilhelm Gohl Gerstlauers Person, „es lohnt sich, ihn reden zu hören.“ Wie sehen begnadete Menschen aus?, ist dann auch die Frage, die der pensionierte Pfarrer am Reformationstag in einem Vortrag behandeln wird.

Im Rahmen des Jubiläums finden aber noch weitere Aktionen statt. So zum Beispiel die Ausstellung „Füreinander da“ im Münster, die bereits läuft und noch bis zum 11. November im nördlichen Seitenschiff des Münsters zu sehen ist. Unter der Frage „Was bewegt Menschen, sich für andere einzusetzen?“ hängen dort Kunstwerke von Kindern aus evangelischen Kindertagesstätten und jedem Kind, das vor Ort ein weiteres Bild malt und hinzufügt. Am Sonntag, 2. Dezember findet außerdem ein Benefizkonzert der A-Capella-Band MA’capella in der Christuskirche Söflingen statt.

„Es ist zwar eine evangelische Stiftung und diakonische Projekte werden gefördert, es profitieren aber alle Menschen, egal welcher Konfession oder Herkunft davon“, betont die Pfarrerin und Vorsitzende des Stiftungskuratoriums Petra Frey. Das Stiftungskapital dafür ist mittlerweile von 200 000 Euro auf 500 000 Euro angewachsen. Für die Diakonie bedeute das ein Zugewinn an Möglichkeiten, schwärmt Dekan Gohl. Möglichkeiten wie das Angebot der Telefonseelsorge Ulm/ Neu-Ulm, das Diakoniecafé für ältere Leute oder das Projekt „freiwillige Praktiker“, bei dem kleinere Handwerksarbeiten von Ehrenamtlichen übernommen werden. Mit der Handwerkskammer sei das abgesprochen, die Reparatur eines tropfenden Wasserhahns für diese aber ohnehin keine Konkurrenz. Gleichzeitig hat die Diakonie auch das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter im Blick. In belastenden Situationen beispielsweise stehen ihnen Ansprechpartner zur Seite.

Auch wenn der Schwerpunkt der Stiftung die ambulante Pflege in der Diakoniestation sei, habe sie sich so für die Aktivitäten und Bedürfnisse der Stadt geöffnet und manches ergänzen können. So auch die niederschwellige Beratung: Dort werden die Probleme der Betroffenen erst einmal eingeordnet und Prioritäten gesetzt. Denn: „Manche merken: mein Leben entgleitet mir gerade. Sie wissen aber nicht, was das eigentliche Problem ist und zu welcher Beratung sie gehen sollen“, erzählt Wulz. Gerade für solche Angebote, die sonst in kein Raster fielen, um finanziert zu werden, sei die Stiftung gut, sagt Wulz. Ob sie auch den Kontakt zu einer spezifischeren Beratungsstelle herstellt, hänge von der Person ab. Das Ziel der Hilfe sei immer auch, den Menschen in der eigenständigen Bewältigung seiner Probleme zu stärken. Dass man so mit Kleinem viel erreichen könne, sei, findet Wulz, auch mal eine gute Erfahrung.

Geschichte und Philosophie der Stiftung

Porträt Am 31. Oktober 2008 gegründet, unterstützt die Stiftung die Diakoniestation Ulm. Diese möchte sich allen Menschen zuwenden und Bedürftige nachhaltig unterstützen. Als Stiftung der Landeskirche fallen bei ihr keine Verwaltungskosten an, die von gespendeten Beträgen abgezogen würden. Bisher wurde so eine Summe von gut 83 000 Euro ausgeschüttet.

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