Ulm Dichterviertel soll neu gestaltet werden

JÜRGEN BUCHTA 07.08.2012
Wie soll das Dichterviertel künftig ausschauen? Die Stadtverwaltung erhofft sich Anregungen aus einem städtebaulichen Wettbewerb.

. Das Dichterviertel! In einem Stadtquartier, das solch einen Namen trägt, erwartet man herrschaftliche Häuser samt gepflegter Gärten, verkehrsberuhigte Straßen und - vielleicht zusätzlich - den ein oder anderen Park.

Ein Dichterviertel kann freilich auch ganz anders ausschauen: Wohnblöcke, die längst saniert gehörten, Industriebrachen, ein wildes Durcheinander von unterschiedlichstem Gewerbe. Genauso präsentiert sich das Ulmer Dichterviertel. Der Bereich also zwischen dem Ulmer Hauptbahnhof und der B 10, dem Ehinger-Tor-Platz und dem Blaubeurer Tor, dessen Straßen nach Kleist benannt sind und Mörike und natürlich auch nach Friedrich Schiller.

"Während der Bereich südlich der Bleichstraße weitgehend intakte städtebauliche Strukturen aufweist, ist der Bereich nördlich der Bleichstraße in seiner städtebaulichen Disposition, seiner Funktion und seiner baulichen Substanz der innerstädtischen Lage nicht angemessen." So lautet denn auch die Beurteilung des Viertels aus der Sicht der Stadtverwaltung.

Das soll sich ändern. Seit einigen Jahren wird schon darüber diskutiert. Ende 2007 ist das Viertel ins Programm "Soziale Stadt Weststadt" aufgenommen worden. 2011 wurde es zum eigenständigen Sanierungsgebiet erklärt. "Inzwischen", so berichtete Stadtplanungschef Volker Jescheck im Fachbereichsausschuss Stadtentwicklung, Bau und Umwelt, "hat die Stadt dort zusammenhängende Flächen kaufen können". Auch stünden wichtige private Grundstücke zur Neuentwicklung an.

In welche Richtung soll sich die Entwicklung bewegen? "Der Schwerpunkt liegt auf Wohnen", kündigte Jescheck an. Alles andere soll in einem städtebaulichen Wettbewerb herausgearbeitet werden, der im Herbst ausgelobt und dessen Ergebnisse in einem Preisgericht im Frühling kommenden Jahres diskutiert und bewertet werden sollen.

Stadtrat Hartmut Pflüger (SPD) wollte den Start des Wettbewerbs bis nach der für Herbst angesetzten Wohnungsbau-Debatte verschoben sehen. Er setzte sich damit aber nicht durch. Wenn alles wie von der Verwaltung vorgesehen läuft und von den Stadträten abgesegnet wird, könnten die Umbauarbeiten im Dichterviertel 2015 beginnen.